Veltheim

In dieser Firma haben Mütter 24 Wochen Urlaub, Väter immerhin 10 Tage

Von links: Marcel Werder, Daniel Huber und Claude Werder bei der Übergabe der Prädikatsurkunde.

Von links: Marcel Werder, Daniel Huber und Claude Werder bei der Übergabe der Prädikatsurkunde.

Mit dem Prädikat «Familie UND Beruf» zeichnet die gesamtschweizerisch tätige Fachstelle UND Unternehmen aus, die Massnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie/Privatleben sowie zur Gleichstellung von Mann und Frau erfolgreich umsetzen.

Der 1957 gegründete, nach dem Motto «Präzis für Sie» auf CNC-Feinwerktechnik spezialisierte Zulieferbetrieb Samuel Werder AG mit seinen gegen 70 Mitarbeitenden ist bis anhin das 27. Unternehmen in der Schweiz, das die Auszeichnung entgegennehmen durfte.

Der Weg zu dem für Firmen, öffentliche Verwaltungen, Bildungsinstitutionen, Non-Profit-Organisationen oder Verbände mit familienfreundlichen Anstellungs- und Arbeitsbedingungen gedachten Prädikat kann bis zu 18 Monate in Anspruch nehmen.

Der Bogen spannt sich von der gründlichen Situationsanalyse durch die Fachstelle über die Umsetzung eines Massnahmenplans bis hin zur Erfüllung der vorgegebenen 68 Kriterien und zur Verleihung, falls die nötige Punktzahl erreicht wird. Der Fokus des Prozesses liegt auf neun betrieblichen Handlungsfeldern im Rahmen einer fortschrittlichen Personalpolitik. Dazu gehören eine hohe Autonomie der Mitarbeitenden, individuelle Familiensituationen und Wünsche berücksichtigende Stellenpensen, ausgebaute Betreuungs- und Sozialleistungen sowie eine Firmenkultur mit zeitgemässem Führungsverständnis und offener Information.

In Anwesenheit ihrer Eltern, Firmengründer Samuel Werder und Gattin Elisabeth, durften der heutige Geschäftsinhaber Claude Werder und sein für Personal und Buchhaltung zuständiger Bruder Marcel Werder die Urkunde entgegennehmen.

Seiner Gratulation fügte Daniel Huber, Geschäftsführer der Fachstelle UND, hinzu: «Das nun verliehene Prädikat soll nicht zum Ausruhen auf den Lorbeeren verleiten, denn es gilt nur für drei Jahre und kann dann mit einem Controlling erneuert werden.» Die beiden Führungskräfte der zweiten Generation gaben ihrer Freude über das erreichte Ziel Ausdruck und betonten: «Es ist uns wichtig, dass in unseren Betrieb ein Klima herrscht, in dem sich alle wohl und motiviert fühlen.»

Ein konkretes Beispiel aus dem auf dieses Ziel ausgerichteten Massnahmenkatalog ist die Tatsache, dass der von 14 auf 20 Wochen verlängerte Mutterschaftsurlaub in einem weiteren Schritt auf 24 Wochen ausgedehnt wird, und dass der Vaterschaftsurlaub mit 10 Tagen vergleichsweise grosszügig bemessen ist. Die flache Hierarchie in der Firma mit gegenseitiger Wertschätzung zeigte sich auch an den ungezwungenen Gesprächen beim Apéro.

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