Windisch

In der Zivilschutzanlage können neu bei Notlage Asylsuchende einziehen

Der Eingang zur Zivilschutzanlage befindet sich beim Werkhof der Gemeinde.

Der Eingang zur Zivilschutzanlage befindet sich beim Werkhof der Gemeinde.

Kommen mehr Asylbewerber in den Aargau, als Plätze vorhanden sind, wird der Betrieb in den drei Zivilschuutzanlagen in Birmenstorf, Windisch und Lenzburg – in dieser Reihenfolge – hochgefahren. So sieht es der Kantonale Führungsstab vor.

Werden in der Zivilschutzanlage Dägerli in Windisch bald Asylsuchende untergebracht? Falls ja: Wie geht ein Bezug vor sich, wie sieht das Betreuungs- und Sicherheitskonzept aus? In Windisch wird über die aktuelle Situation im Asylwesen informiert: am Montag, 4. April, 19 Uhr, im Saal der Reformierten Kirchgemeinde.

Der Hintergrund: Im Auftrag des Regierungsrats erstellte der Kantonale Führungsstab eine Eventualplanung für eine Notlage im Asylwesen. Will heissen: Kommen mehr Asylsuchende in die Schweiz, als Plätze vorhanden sind, werden auch Zivilschutzanlagen von Gemeinden bezogen. In einem ersten Schritt hat der Kantonale Führungsstab die drei Anlagen in Birmenstorf, Windisch und Lenzburg ausgewählt, die im Fall einer Notlage – in dieser Reihenfolge – genutzt werden.

Lage leicht entspannt, aber …

In Windisch betreibt der Kantonale Sozialdienst derzeit eine Unterkunft an der Unterwerkstrasse mit durchschnittlich 30 Plätzen, die vollständig belegt sind. Aktuell habe sich die Lage im Asylwesen leicht entspannt, teilt der Gemeinderat Windisch in einer Medienmitteilung mit. Kurzfristig, das heisst in den nächsten ein bis zwei Monaten, sei deshalb nicht mit einer Ausrufung einer Notlage zu rechnen. Geplant sei aber, diesen zeitlichen Freiraum für die Bereitstellung der Zivilschutzanlage Dägerli zu nutzen.

«Zurzeit laufen Verhandlungen zwischen dem Kanton und den drei Gemeinden», hält die Windischer Behörde weiter fest. «Inhalt der Verhandlungen sind eine Nutzungsvereinbarung sowie ein Betriebs- und Sicherheitskonzept.» Die Nutzungsvereinbarung sieht vor, dass in allen drei Anlagen maximal 100 Asylsuchende untergebracht werden. Auf den Stand der Verhandlungen geht der Gemeinderat an der öffentlichen Informationsveranstaltung ein. Um die Zivilschutzanlage in Windisch vorsorglich bereitzustellen, sind Massnahmen vorgesehen in den Bereichen Sanitär, Brandschutz und Telematik. Die Kosten trägt der Kanton.

Vier Personen immer vor Ort

Wird dann eine Notlage ausgerufen, zeichnet während der ersten drei bis vier Wochen die Zivilschutzorganisation Brugg Region für den Betrieb verantwortlich. Sukzessive übernimmt danach die vom Kanton beauftragte Firma ORS Services AG die Betreuung. Mindestens vier Personen sind gemäss Gemeinderat Windisch ständig anwesend und über eine 24-Stunden-Hotline direkt erreichbar. Zusammen mit der Polizei und einer erhöhten Präsenz im Umfeld der Notunterkunft wird das Ziel verfolgt, Ruhe und Ordnung aufrechtzuerhalten.

Eine Begleitgruppe aus Vertretern des Kantons, der Polizei, der Zivilschutzorganisation, der Gemeinde sowie der Bevölkerung wird den Betrieb der Unterkunft in der Notlage eng begleiten. Sie trifft sich regelmässig und kann bei allfälligen Problemen rasch Vorkehrungen für eine Verbesserung ergreifen.

Informationsveranstaltung zur Situation im Asylwesen am Montag, 4. April, 19 Uhr, im Saal der Reformierten Kirchgemeinde Windisch.

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