Einweihung
In der Schule Freudenstein befindet sich nun auch ein veritables Kraftwerk

Auf dem Dach des Brugger Schulhauses Freudenstein sind 459 Solarmodule auf einer Fläche von 760 Quadratmetern montiert worden. Die Jahresproduktion entspricht dem Verbrauch von 26 Haushalten.

Michael Hunziker
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Die Solarmodule sind nicht nur nach Süden, sondern auch nach Osten und Westen ausgerichtet.

Die Solarmodule sind nicht nur nach Süden, sondern auch nach Osten und Westen ausgerichtet.

Michael Hunziker

Strahlende Gesichter bei den Vertretern der IBB Energie AG, der Stadt Brugg sowie der Schule: Auf dem Schulhaus Freudenstein ist die neue Photovoltaikanlage eingeweiht worden. Von einem schönen, spannenden und tollen Projekt war die Rede am späteren Nachmittag gestern Montag. Die Zahlen sprechen für sich: 459 Solarmodule sind auf einer Fläche von 760 Quadratmeter montiert worden. Die Jahresproduktion beträgt rund 115 000 kWh, was dem Verbrauch von 26 Haushalten entspricht.

Philippe Ramuz, Geschäftsleiter Netz-Dienstleistungen bei der IBB, ging auf die Montage ein. Diese erfolgte in rund zwei Wochen während den Herbstferien. Als das Sicherheitsgerüst stand, konnten die Tragkonstruktion erstellt, die Module eingebaut, die Verkabelung von rund 9 Kilometern Kabeln vorgenommen sowie die 8 Wechselrichter etwas versteckt auf der schattigen Nordseite des Gebäudes angebracht werden. Ausgerichtet sind die Module auf den sechs Dachflächen übrigens nicht nur nach Süden, sondern auch nach Osten und Westen.

Mittlerweile, so Ramuz, sei die Anlage fachlich überprüft und abgenommen worden. «Sie ist schön integriert in die Umgebung», zeigte er sich überzeugt. Davon machten sich die Gäste gleich selber ein Bild. Mit der Hebebühne ging es in die Höhe und von dort konnte das rund 375 000 Franken teure Objekt begutachtet werden.

Dank Interesse der Bevölkerung

Bruggs Vizeammann Andrea Metzler äusserte sich erfreut über das Resultat. Das Vorhaben entspreche der Energiestrategie des Stadtrats. Und auch wenn es da und dort etwas Geduld brauche: Sie sei gespannt auf die kommenden Projekte. Diesen Ausführungen schloss sich Eugen Pfiffner, CEO der IBB Holding AG, an. Er erinnerte daran, dass der Bau der Anlage auch durch das grosse Interesse der Bevölkerung ermöglicht wurde.

Rückblick: In Form von Anleiheobligationen der IBB Energie AG können Privatpersonen und Unternehmen einen Beitrag an die Energiewende leisten und sich an Anlagen für die Produktion von Strom aus erneuerbaren Quellen beteiligen – ohne eigenes Dach und ohne grosses Budget. Die geeigneten Flächen auf den öffentlichen Gebäuden werden von der Stadt oder interessierten Gemeinden zur Verfügung gestellt. Die IBB ihrerseits generiert und investiert das Kapital, prüft und realisiert die Projekte, betreibt die Anlagen und speist die Energie in ihr Stromnetz ein. Das Angebot, das Anfang dieses Jahres vorgestellt wurde, stiess auf grosses Echo.

Nicht nur technischer Mehrwert

Laut Eugen Pfiffner sind bereits über 1 Mio. Franken investiert worden. Auf dem Schulhaus Freudenstein handle es sich um die vierte Anlage, die dritte auf einem Schulhaus. Ziel sei es, weitere Projekte zu realisieren. Toll wäre es, so Pfiffner, wenn auch die Nachbargemeinden ins Boot geholt werden könnten.

Die Schule im Innern des Gebäudes, die IBB aussen, das sei eine gute Kombination, stellte Gesamtschulleiter Peter Merz fest. Die Themen Strom und Stromproduktion seien nicht ganz einfach zu vermitteln. Vielleicht sei es für die Schulklassen jetzt möglich, in unmittelbarer Nähe einen Einblick zu erhalten, vielleicht könne die Stromproduktion mit einer Anzeige sichtbar gemacht werden. Auf diese Weise bestehe die Chance, aus einem technischen Mehrwert auch einen pädagogischen Mehrwert zu schaffen.

Apropos Produktion: Die Daten – von der Tages- bis zur Jahresübersicht – sind über www.ibbrugg.ch ersichtlich.

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