Grosse Ehre für die IBB Energie AG: Die Brugger Energieversorgerin ist ausgezeichnet worden mit dem begehrten Schweizer Energiepreis Watt d’Or 2019 in der Kategorie Energietechnologien. Die Übergabe der Trophäe, einer Schneekugel, fand in Bern statt (die AZ berichtete). Diesen Mittwochabend sind Projektbeteiligte sowie Behördenvertreter – anwesend waren gegen 50 Gäste – auf den Flugplatz Birrfeld eingeladen worden zur Watt-d’Or-Feier mit der Präsentation der innovativen Strom-Infrastruktur: Photovoltaikanlage auf dem Hangar, Steuerungs-Plattform GridEye sowie öffentliche Ladestation für Elektroautos.

Philippe Ramuz, Geschäftsleiter Netz-Dienstleistungen IBB, zeigte auf, wie mit der Netzwerkoptimierungs-Plattform GridEye die Energieflüsse der 200-kW-Photovoltaikanlage auf dem Hangar des Aero-Clubs nicht nur gemessen und überwacht, sondern auch sicher und effizient gesteuert werden können. Denn an schönen Tagen mit viel Sonnenschein sei die Spannung zu Spitzenzeiten zu hoch für das Netz, führte Ramuz aus. Mit GridEye könne die Photovoltaikanlage ihre maximale Leistung einspeisen, ohne die Netzstabilität zu gefährden. Zur Marktreife gebracht worden ist die Plattform vom Start-up-Unternehmen DEPsys SA aus Puidoux im Kanton Waadt.

Im letzten Jahr wurden übrigens rund 190 MWh produziert mit der Photovoltaikanlage auf dem 2012 erstellten Hangar, was etwa dem Jahresbedarf von 42 Haushaltungen entspricht. Naturstrom kommt ebenfalls zum Einsatz an der Stromtankstelle. Auf dem Flugplatz Birrfeld hat die IBB – als Partnerin der Firma Green Motion – ihren vierten Standort in Betrieb genommen nach dem Parkhaus Eisi in Brugg, dem Bad Schinznach sowie dem IBB-Parkplatz in Brugg.

In dieser Region passiert sehr viel

Stolz über den Energiepreis Watt d’Or äusserte sich Eugen Pfiffner, CEO der IBB Energie AG. «In dieser Region passiert sehr viel mehr, als dann und wann wahrgenommen wird in der Schweiz», hielt er fest. Sowohl die Energieeffizienz als auch die erneuerbaren Energien sollen gefördert werden, sagte Pfiffner mit Blick auf die Energiestrategie 2050.

Bereits 2013 war die Brugger Energieversorgerin ausgezeichnet worden mit dem Watt d’Or als Partnerin des Projekts Brennstoffzellenpostauto. Auf den Lorbeeren ausruhen will man sich allerdings nicht. Ziel sei es in den kommenden Jahren, sich wieder zu bewerben für den Energiepreis, sagte Pfiffner – um aufzuzeigen, dass Innovation wirklich stattfinde in der Energiebranche und miteinander Lösungen gefunden werden könnten.

Dass die Chancen gut stehen für eine weitere Auszeichnung, davon zeigte sich der Lupfiger Gemeindeammann Richard Plüss überzeugt. Denn mit dem Werkhof Eigenamt sei ein neues Projekt, ein Leuchtturm, in Bearbeitung, bei dem die IBB ebenfalls von der Partie sei als Energiepartner. «Wenn das so umgesetzt werden kann, wie es jetzt andiskutiert und angedacht ist, wird die IBB den nächsten Watt d’Or gewinnen», stellte Plüss mit einem Augenzwinkern fest.

Der Gemeindeammann gratuliert

Der Gemeindeammann der Standortgemeinde gab seine Freude Ausdruck über die Infrastruktur auf dem Flugplatz Birrfeld. Für eine solche Innovation brauche es Leute, die Ideen entwickeln. Für die Verwirklichung seien dann Partner gefragt – in diesem Fall Gebäudeeigentümer, welche die Dachflächen zur Verfügung stellen – sowie Geld und Weitsicht.

Plüss gratulierte der IBB zu ihrem Engagement und wünschte den Mut, auch weiterhin nach vorne zu schauen.