Um auf die Bedürfnisse der Jugendlichen einzugehen, um abzuklären, welche Vorlieben vorhanden sind, welche Angebote Anklang finden können oder allenfalls fehlen, führt die Projektstelle Jugend Region Brugg-Eigenamt zum zweiten Mal Zukunftsworkshops für die Oberstufenschülerinnen und -schüler durch. Diese finden im März in den Gemeinden Birrhard, Lupfig und Scherz statt.

Will heissen: Es werden Ideen gesammelt und es wird über die Umsetzung der Projekte diskutiert. Annina Friz zeigt den Jugendlichen auf, was realistisch ist. Häufig würden den Vorschlägen schlichtweg durch die vorhandene – oder eben nicht vorhandene – Infrastruktur Grenzen gesetzt, nennt sie eine grosse Herausforderung.

In der Folge präsentiert Annina Friz die Pläne den zuständigen Behörden und kümmert sich um die Bewilligungen. Prozesse, die Zeit brauchen und bei denen die Jugendlichen ungeduldig werden können. Kurz: Sie leistet Unterstützung bei der Durchführung und versucht, «Brücken zu bauen und der Stimme der Jugendlichen Gewicht zu geben».

Freiwillig, ohne Verpflichtung

Angesprochen seien alle aktiven Jugendlichen, die Verantwortung übernehmen wollten, sagt Annina Friz und betont: «Eine Verpflichtung gibt es nicht. Alles passiert auf freiwilliger Basis, der Besuch ist völlig unverbindlich.»

Die ersten Zukunftsworkshops im Jahr 2012 seien ein Erfolg gewesen, lautet die Bilanz der Leiterin. «Es sind viele positive Reaktionen und auch konstruktive Anmerkungen eingegangen. Die grosse Resonanz zeigt, dass ein Bedürfnis vorhanden ist.» Verschiedene Projekte seien zustande gekommen. Annina Friz erwähnt die offenen Turnhallen, die Partys und die Filmabende, das Badifest, das Jugendstrassencafé oder den Mädchentreff sowie die Spezialprogramme, etwa mit Hip-Hop-Kurs.

Besonders gut angekommen seien die Sport-Angebote – «das zieht die Jugendlichen an», so Annina Friz. Keinen ganz einfachen Stand hätten dagegen die Partys in den kleineren Gemeinden. Aber auch hier hätten sich die Jugendlichen kreativ gezeigt, hätten zum Beispiel entschieden, die Anlässe in Birrhard und Mülligen zusammenzulegen und gemeinsam zu organisieren.

Kein Mangel an Ideen

An vielen Ideen habe es nicht gemangelt, stellt die Leiterin mit einem Lachen fest. «Ganz im Gegenteil» – teilweise hätten die Jugendlichen eher fast gebremst werden müssen. Bei den Ideen blieb es indes nicht. Die Mädchen und Burschen hätten sich auch tatkräftig für die Werbe-Flyer, die Dekorationen oder den Barbetrieb eingesetzt. Anders gesagt: «Zusammen konnten wir viel erreichen.»

Besonders erfreulich: Zu Zwischenfällen sei es nicht gekommen, führt Annina Friz weiter aus. Vielleicht sei am Anfang da und dort Skepsis vorhanden gewesen, hätte die eine oder andere Hürde genommen werden müssen. Mittlerweile hätten sich die Abläufe eingependelt, vieles sei einfacher geworden.

Auch wenn kein Mangel Projekten bestehe: Sinn und Zweck der bevorstehenden Zukunftsworkshops sei es in erster Linie, neue Jugendliche ins Boot zu holen, sagt Annina Friz. Sprich: Diejenigen zu begeistern, die in den letzten zwei Jahren in die Oberstufe gewechselt haben.

Diplom erhalten

Die Projektestelle Jugend ist die Schnittstelle zwischen den einzelnen Gemeinden der Region Brugg-Eigenamt (Birr, Birrhard, Brugg, Hausen, Mülligen, Lupfig, Scherz und Windisch), den Jugendlichen sowie den weiteren Anbietern von Jugendarbeit. Geleitet wird sie von Annina Friz, Soziokulturelle Animatorin aus Windisch.

Beim Gesundheitsförderungspreis 2013 des Kantons Aargau ist die Projektstelle Jugend Region Brugg-Eigenamt mit einem Diplom ausgezeichnet worden. Die Begründung: Die Projektstelle fördere mit dem Einbezug der Jugendlichen bei der Gestaltung des Gemeinwesens und ihrer Freizeit die soziale Gesundheit. «Wir freuen uns sehr über die Ehrung», sagt Annina Friz. Das Diplom sei eine Bestätigung für den eingeschlagenen Weg. «Wir werden uns auch in Zukunft für die Anliegen der Jugendlichen einsetzen.»

Zukunftsworkshops von 19 bis 20.30 Uhr: 6. März, Gemeindehaus Birrhard; 13. März, Turnhalle Lupfig; 20. März, Begegnungsraum (OG Kindergarten) Scherz.