Eltern werden ist nicht schwer, Eltern sein dagegen sehr: Um die Mütter und Väter von kleinen Kindern zu beraten, bietet die Berufsfachschule Gesundheit und Soziales Brugg (BFGS) eine Elternlehre an – zum ersten Mal in der Region.

Die Elternlehre will die Eltern während der ersten zwei Lebensjahre des Kindes begleiten und stärken, denn: «Erziehung ist ein anspruchsvolles Geschäft geworden. Es bestehen viele unterschiedliche, gar widersprüchliche Strömungen», erklärt Urs Franzini, Berufsfachschullehrer und Verantwortlicher Weiterbildung an der BFGS.

Informiert werde deshalb über Entwicklungsabläufe und Erziehungsverhalten. «Die Elternlehre ermutigt Mütter und Väter, selbstbewusst zu sein und ein eigenes Gefühl dafür zu entwickeln, was für ihre Kinder gut ist», fährt Franzini fort. «Die Eltern eignen sich Erziehungswissen für den Baby- und Kleinkindalltag an und sie erfahren im Austausch, wie es anderen Eltern geht mit der Herausforderung Erziehung. Das fördert Vernetzung und soziale Kontakte mit Menschen in der gleichen Lebensphase. Das stärkt und trägt.»

Austausch ist wichtig

Unter den Titel «Was kleine Kinder fördert» und «Was kleinen Kindern Sicherheit gibt» sind unter der Kursleitung von Marianne Leber zwei Module zu je sechs Abenden im Angebot. Anders gesagt: Einmal im Monat erhalten Eltern während rund zweieinhalb Stunden konkrete theoretische wie praktische Grundlagen über die kindliche Entwicklung und Erziehung.

Die Elternlehre passt zur BFGS, sagt Franzini. Die Schule sei inzwischen das grösste Kompetenzzentrum der Branche in der Schweiz. «Gesundheit und Betreuung sind unsere Kernthemen. Die Berufslernenden der Ausbildung Fachfrau/Fachmann Kinderbetreuung sind in ihrer Arbeit auch im Kontakt mit Eltern. Wir hoffen, möglichst viele interessierte Eltern zu erreichen und sie in ihrem Erziehungsalltag zu unterstützen.»

Positive Erfahrungen

Für Eltern sei es interessant, ein solches Angebot in der Nähe zu haben, ist Franzini überzeugt. «Unsere Schulräume liegen zentral und sind am Abend nur wenig besetzt. Also macht es Sinn dieses Angebot in Brugg zu realisieren.»

Auf die Elternlehre gestossen ist die BFGS übrigens durch einen Artikel in der Aargauer Zeitung. Die Erfahrungen im Pilotprojekt in Frick seien durchwegs positiv gewesen, sagt Franzini. Rund zwei Drittel der Teilnehmer hätten alle Module besucht. «Monatliche Treffen haben den Vorteil, dass sich die Elternlehre gut in den Familienplaner einfügen lässt.»

Informationsabend 6. März, 19.30 Uhr, Berufsfachschule Gesundheit und Soziales, Im Steiger, Badstrasse 48, 5200 Brugg, Zimmer 14. Der Abend wird von der Kursleiterin Marianne Leber geleitet.