Ortsplanung

In der Gemeinde Windisch kommt das Hochhauskonzept nochmals aufs Tapet

Der Einwohnerrat entscheidet über einen Zusatzkredit für das Hochhauskonzept.

Das Zentrum von Windisch

Der Einwohnerrat entscheidet über einen Zusatzkredit für das Hochhauskonzept.

Der Windischer Gemeinderat sucht einen Kompromiss. Der Einwohnerrat entscheidet über einen Zusatzkredit für die Aufarbeitung der planerischen Vorgaben

Die – umstrittene – Hochhausthematik ist noch nicht vom Tisch in Windisch. An seiner nächsten Sitzung Anfang September entscheidet der Einwohnerrat über einen Zusatzkredit von 50'000 Franken für die Aufarbeitung der planerischen Vorgaben. Der Gemeinderat möchte «den Bau von höheren Häusern und Hochhäusern mit klar vorgegebenen Prozessen und Kriterien an vorbestimmten Standorten ermöglichen und eine hohe Planungssicherheit für alle Beteiligten gewährleisten».

Der Hintergrund: Die Revision der Ortsplanung haben Windisch und Brugg gemeinsam angepackt und – so hielt der Kanton fest – eine Pionierrolle übernommen. Ab 2011 wurden unter Einbezug der Bevölkerung drei Planungsinstrumente erarbeitet: kommunaler Gesamtplan Verkehr, Natur- und Landschaftsentwicklungskonzept sowie Nutzungsplanung. Letztere hat der Einwohnerrat Windisch im November 2018 zwar genehmigt, das Hochhauskonzept war nach intensiver Debatte allerdings ganz knapp – mit 17 zu 16 Stimmen – zurückgewiesen worden.

Am runden Tisch wurden Varianten präsentiert

Die Bestimmungen zu Hochhäusern und höheren Häusern sind darauf im breiten Kreis diskutiert und an einem runden Tisch analysiert worden. Gemäss Gemeinderat wurden «die Befindlichkeiten abgeholt». In der Folge sind mehrere Varianten erarbeitet, in den Fachkommissionen besprochen und nochmals im Rahmen eines runden Tisches präsentiert worden.

Als mehrheitsfähigen Kompromiss, der in der Sache zum Ziel führt, beurteilt der Gemeinderat nun diejenige Variante, die auf dem vorhandenen Hochhauskonzept beruht. Die Geltungsperimeter werden im Hinblick auf absehbare Teilrevisionen der Nutzungsplanung im Gebiet der Kabelwerke angepasst respektive weggelassen, heisst es in der Botschaft an den Einwohnerrat. Zusätzlich werden erweiterte Formulierungen zu Bestimmungen in der Bau- und Nutzungsordnung erlassen. «Diese Variante setzt eine Mitwirkung, gleichzeitige öffentliche Auflage und eine Vorprüfung durch den Kanton voraus», so die Behörde. Erst im Anschluss an diese formellen Verfahren könne die Vorlage wieder dem Einwohnerrat zur Genehmigung unterbreitet werden.

Bis Ende Jahr sollen die Unterlagen bereinigt sein

Zwischen Windisch und Brugg sollen die beiden Verfahren rund um die Hochhäuser eng koordiniert werden. Zur Erinnerung: Auch in der Stadt führten die Bestimmungen zu regen Diskussionen. Ein Rückweisungsantrag zur Hochhauszone wurde im November 2019 – per Stichentscheid des Einwohnerratspräsidenten – zurückgewiesen.

Für die Entwicklung des «Stadtraums Bahnhof Brugg Windisch» als auch für das Entwicklungsgebiet im Winkel seien planerische Vorgaben und Kriterien zu Hochhäusern und höheren Häusern von grosser Bedeutung, hebt der Gemeinderat Windisch hervor.

Verläuft alles reibungslos, sollen die Bereinigung der Unterlagen und die Koordination mit der Stadt Brugg bis Ende Jahr erfolgen, die Mitwirkung sowie Auflage und Vorprüfung bis Februar und März des kommenden Jahres. Im Juni 2021 kann die Vorlage an den Einwohnerrat vorliegen. Mit der vorgeschlagenen Variante, fasst der Gemeinderat zusammen, besteht die Möglichkeit, Kriterien zu schärfen und die Perimeter auf die aktuellen Bedürfnisse in der Entwicklung auszurichten.

Autor

Michael Hunziker

Michael Hunziker

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