Brugg
In der Eisenbahn-Werkstatt spielerisch den Umgang mit Technik lernen

Im Neumarkt II haben Kinder und Jugendliche noch nächste Woche die Gelegenheit, Modelleisenbahnen hautnah zu erleben. Im Spiel mit den Zügen erfahren die jungen Besucher wichtige Grundlagen der Architektur und des Ingenieurwesens.

Janine Müller
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Spielerisch erkunden Kinder im Neumarkt Architektur und Ingenieurwesen.

Spielerisch erkunden Kinder im Neumarkt Architektur und Ingenieurwesen.

Janine Müller

Im Eisenbahn-Paradies des Bruggers Heinz Trachsel rattern Züge über Weichen, ein Mädchen spielt mit einem Playmobil-Bauernhof, eine Zahnradbahn fährt unermüdlich hoch und runter. Von einem Kieswerk liefert ein Lastwagen Kies an den Bahnhof. Dort wird der Lastwagen auf einen Anhänger auf Schienen verlegt. Was in der Realität jeden Tag passiert, können zurzeit im Neumarkt II Kinder und Jugendliche nachstellen. Ein Knabe führt mit einem Kontrollgerät genau die oben beschriebene Situation aus. Er strahlt über das ganze Gesicht, als es klappt.

Genau das ist die Idee hinter diesem Projekt. «Die Kinder sollen hier vernetzt spielen», sagt Heinz Trachsel. «Das kann passieren, in dem sie sich eine Aufgabe stellen, die sie dann umsetzen wollen.» Darunter versteht er auch das Nachbilden von realen Situationen. Egal ob mit Playmobil, mit Lego, Duplo oder den klassischen Modelleisenbahnschienen – alles kann irgendwie in die vielseitige Eisenbahnlandschaft integriert werden.

Bahnhof Brugg nachbauen

Im hinteren Teil des Raums im Neumarkt befindet sich darum ein riesiger Tisch, auf dem die anwesenden Helfer Timi Foster (13) und Sämi Missaoui (17) den Bahnhof Brugg – inklusive Fachhochschule – nachbauen wollen. Die markante Kurve, die in den Bahnhof Brugg hineinführt, ist bereits gebaut. Und die Züge, die täglich vorbeifahren, stehen ebenfalls bereit auf den Geleisen. Der Raum, der sich gleich neben dem Street-One-Laden im ersten Stock im Neumarkt II befindet, ist perfekt gelegen. «Wir haben hier eine super Sicht auf den Bahnhof Brugg und können den ganzen Tag den Betrieb auf den Geleisen beobachten und dann hier bei uns auf die Modelleisenbahn umsetzen», so der Initiator.

Und auch sonst ist er höchstzufrieden mit den Räumlichkeiten, für die er nur die Nebenkosten tragen muss. Die Privera, die Vermieterin der Neumarkt-Ladenflächen, gewährte Trachsel mit seinem Projekt hier auf einer freien Ladenfläche Unterschlupf. «Dafür bin ich sehr dankbar», sagt er.

Frühförderung ist das Ziel

Bereits in den Weihnachtsferien machten sich hier Knaben und Mädchen ans Werk. Nun ist das Eisenbahn-Paradies noch heute Samstag sowie die nächste Woche geöffnet. Angesprochen sind vor allem technisch interessierte Kinder. Sie sollen hier die Grundlagen von Architektur und Ingenieurwesen kennenlernen. Die Kinder lernen hier den spielerischen Umgang mit Technik. Heinz Trachsel ist die Frühförderung wichtig, egal ob bei Mädchen oder Knaben. Zur Verfügung stehen professionelle Geräte, wie beispielsweise ein Nivelliergerät, dank dem herausgefunden werden kann, wie belastbar eine Brücke ist. Entsprechende bauliche Massnahmen müssen die Kinder ergreifen, wenn sich die Brücke zu sehr biegt, wenn ein Zug drüber fährt.

Ein Blick in das bereitliegende Gästebuch zeigt: Das Angebot kommt gut an. «Vielen Dank für die lässige Abwechslung», schreibt eine Familie. Oder es gibt Tipps von Gärtnerinnen, wie die Anlage noch schön begrünt werden könnte. Solche Hinweise freuen Heinz Trachsel, der immer wieder gerne Neues ausprobiert. Er träumt von einem Club von Modelleisenbahnfreunden, von einer Werkstatt, wo man sich trifft und austauscht und natürlich gemeinsam den Modelleisenbahnen frönt.

Eisenbahn-Werkstatt geöffnet von Montag bis Freitag morgens von 9 bis
12 Uhr (nur für Baukurse) und nachmittags von 13.30 bis 18.30 Uhr (Spielbetrieb). Samstag 9 Uhr bis 20 Uhr durchgehend. Das Angebot gibts bis 20. Februar.