Das Forum Botia hat am Donnerstag zum Referat «Gut kommunizieren auch in schwierigen Situationen» in die «Post» Bözen eingeladen. Gut 130 Personen liessen sich den Vortrag von Beatrice Tschanz nicht entgehen.

«Es ist keine Kunst, gut zu kommunizieren.» Mit diesen Worten läutet die Kommunikationsexpertin Beatrice Tschanz ihr Referat ein. Der Saal ist zum Bersten voll. Wichtig sei, dass man kommunizieren wolle, sich nicht davor drücke. Vor allem dann, wenn es um schwierige Botschaften gehe. «Gute Nachrichten kann jeder vermitteln», sagt sie. Dann bringt sie ein Beispiel, wie man es nicht machen sollte. Alt Bundesrat Moritz Leuenberger wollte nicht auf ihren Rat hören, sich der wütenden Menschenmenge zu stellen, die sich wegen des Themas «Südanflug» versammelt hatte. «Nein, mache ich nicht, sonst werde ich mit Tomaten beworfen», war sein Argument. «Geht nicht», betont Tschanz. Man müsse sich stellen. So erstaunt es nicht, dass sie nicht länger der «Wadenbeisser» von Leuenberger war. «Er war einfach unberatbar.»

Auch auf den Absturz der MD-11 in Halifax geht sie in ihrer Rede ein. In solchen Situationen, in denen Dutzende von Problemen nach Lösungen verlangten, solle man sich auf ein paar wenige konzentrieren. Das Wichtigste sei immer der Mensch, alles andere zweitrangig. Ehrlich, offen, transparent und authentisch zu kommunizieren, sei das Wichtigste. Fehler müssten offengelegt und nicht unter den Teppich gekehrt werden. Auf eine Verteidigungshaltung sollte man verzichten, rasch und diszipliniert handeln. Und zuguterletzt gibt sie den Gästen mit auf den Weg: «Der allerbeste Wegweiser ist der gesunde Menschenverstand.» Mit einem frenetischen Applaus bedankt sich das Publikum, das sich – wen man auch fragt – kompetent und humorvoll unterhalten fühlt.