Es klirrt, knarrt, raucht und pufft im Odeon in Brugg. Auf der Bühne: zwei kurios gekleidete Männer, die an skurrilen Maschinen herumwerkeln. Im Publikum: jauchzende Kinder mit glänzenden Augen. Gebannt beobachten die Kleinen, wie auf der Bühne eine fast schon magische Welt entsteht. Ein riesiger Apparat dominiert das fulminante Bühnenbild. Überall dreht, knattert und leuchtet es.

Erzählt wird die Geschichte des Tüftlers und Erfinders Serafin. Nachdem er seine Stelle als Billettknipser verloren hat, weil er einen Schmetterling retten wollte, erbt Serafin ein Haus. Gemeinsam mit seinem Freund Plum baut er die Ruine zu einer wahren Erfinder-Traumresidenz um. Da gibt es ein Seifenblasenzimmer, eine Rutsche von der obersten zur untersten Etage und gar ein vollautomatisches Symphonieorchester.

Mit der Aufführung des spektakulären Stücks «Serafin» feierte gestern das kantonale Projekt «Theaterfunken» (siehe Box) sein 15-Jahr-Jubiläum. Gunhild Hamer leitet die Fachstelle Kulturvermittlung beim Kanton und hat das Projekt Theaterfunken mitinitiiert. Nach der gestrigen Vorstellung war sie voll des Lobes für das Stück, aber auch für alle Kulturschaffenden des Kantons. «Vor 15 Jahren sind wir klein gestartet, heute ist das Programm gewachsen und etabliert. Es ist schön zu sehen, dass wir von den verschiedenen Theaterhäusern so sehr unterstützt werden.»

In den vergangenen 15 Jahren haben 120'000 Kinder Theaterproduktionen des Theaterfunkens besucht. Ein riesiger Erfolg: «Manche Aufführungen sind bereits einen Tag nach der Aufschaltung ausverkauft. Das ist ein Zustand, den man sonst so nur von Popkonzerten kennt», sagt Hamer sichtbar stolz.

Auch gestern spielten Andi Peter und Peter Hauser vom Theater Fallalpha vor vollem Haus. Ihre Interpretation des Kinderbuchs «Serafin und die Wundermaschine» war ein wahrliches Spektakel. Ein faszinierendes musikalisches Theatererlebnis, das vor Kreativität nur so sprühte und nicht nur die kleinen Besucher bis zum Schluss gefesselt liess.

Lob für den Aargau

Produktionen des Theaterfunkens werden von einem Gremium aus Theaterschaffenden und kantonalen Mitarbeitern visioniert und ausgewählt. Damit erklärt sich Gunhild Hamer auch den Erfolg: «Viele Schulen haben uns bereits fix im Jahresprogramm eingeplant. Sie wissen, dass wir qualitativ hochwertige, professionell produzierte Theaterstücke zeigen und vertrauen auf unsere Auswahl.»

Dafür windet sogar die Präsidentin des schweizerischen Verbands für Kinder- und Jugendtheater, Annette Rommel, dem Theaterfunken ein Kränzchen: «Der Kanton Aargau hat mit ‹Kultur macht Schule› ein beispielhaftes Kulturmodell aufgebaut. Auf dieses Vorzeigeprojekt können Sie enorm stolz sein.»