Brugg
Immer noch offen, wer Stadtammann wird – der Vize dürfte still gewählt werden

Beim zweiten Wahlgang geht es um den Stadtammann – FDP-Kandidat Titus Meier ist noch knapp im Rennen.

Claudia Meier
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Nach dem Wahlwochenende ist weiterhin offen, wer 2018 ins Stadtammann-Büro im 1. Stock einziehen wird.

Nach dem Wahlwochenende ist weiterhin offen, wer 2018 ins Stadtammann-Büro im 1. Stock einziehen wird.

Michael Hunziker

Viele Fragen bleiben nach dem Wahlwochenende in Brugg noch offen. Fest steht derzeit, dass für die neue Amtsperiode 2018–21 alle fünf Sitze im Stadtrat besetzt sind. Noch nicht gewählt sind Vizeammann und Stadtammann, weil niemand für eines dieser Ämter das absolute Mehr erreichte. Der zweite Wahlgang findet am 26. November statt. Voraussichtlich wird dann nur noch der Stadtammann an der Urne gewählt.

Für das Vizeammann-Amt dürfte einzig noch Leo Geissmann (CVP) zur Verfügung stehen. Die bisherige Frau Vizeammann Andrea Metzler (SP) schaffte am Sonntag die Wahl in den Brugger Stadtrat nicht mehr (die AZ berichtete), was eine Bedingung für die Vizeammann-Wahl ist. Mit 1967 Stimmen erreichte Metzler zwar das absolute Mehr von 1439 Stimmen problemlos, war als Sechst-Platzierte aber überzählig.

Meier 50 Stimmen vor Metzler

Am besten wiedergewählt wurde Leo Geissmann mit 2384 Stimmen, gefolgt von Reto Wettstein (FDP, 2367 Stimmen), Willi Däpp (SP, 2173 Stimmen). Neben den drei bisherigen schafften auch die beiden Neulinge und Ammann-Kandidaten Barbara Horlacher (Grüne, 2023 Stimmen) und Titus Meier (FDP, 2017 Stimmen) den Sprung in die Exekutive. Mit anderen Worten: Titus Meier holte lediglich 50 Stimmen mehr als Metzler, Horlacher 56. Es hätte also nicht viel gefehlt und einer der Ammann-Kandidaten wäre anstelle von Metzler auf dem undankbaren sechsten Platz gelandet.

Für die Wahl zum Vize- oder Stadtammann kommen noch die fünf gewählten Stadträte infrage. Somit ist auch der parteilose Richard Fischer, der als Ammann kandidiert hatte, aus dem Rennen. Titus Meier machte am Sonntag unmittelbar nach Bekanntgabe der Resultate deutlich, dass er zum zweiten Wahlgang antreten wird. Das dürfte auch für Barbara Horlacher gelten, spricht sie im Video mit der AZ doch davon, dass sie auch beim zweiten Wahlgang mit einem knappen Entscheid rechnen wird.

Wettstein und Däpp zufrieden

Keine weiteren Ambitionen scheint FDP-Stadtrat Reto Wettstein zu haben. «Das Kandidatenspektrum ist von der Partei vorgegeben und lässt sich nicht beliebig erweitern», sagt er auf Nachfrage der AZ. Die FDP werde das weitere Vorgehen an der Versammlung am Dienstagabend diskutieren. Ähnlich tönt es bei SP-Stadtrat Willi Däpp: «Stand heute habe ich nicht vor, noch als Vizeammann zu kandidieren.» Auch er verweist auf die Versammlung seiner Partei heute Dienstagabend.

Bleibt Leo Geissmann der einzige Vizeammann-Kandidat, könnte er nach Ablauf einer Nachmeldefrist als in stiller Wahl gewählt erklärt werden. Martin Süess, Leiter Rechtsdienst bei der kantonalen Gemeindeabteilung, bestätigt: «Im zweiten Wahlgang ist eine stille Wahl möglich – sowohl beim Stadtammann wie beim Vizeammann. Es braucht somit nicht zwingend einen Urnengang.» Andrea Metzler kann erst wieder für den Stadtrat kandidieren, wenn es eine Vakanz gibt. Nachrutschen ist laut Süess nicht möglich.