Lupfig

Immer mehr Stau: Die Seebli-Kreuzung ist am Anschlag

Unabhängig vom Oase-Projekt planen das Bundesamt für Strassen und der Kanton die Verbesserung der Seebli-Kreuzung.

Unabhängig vom Oase-Projekt planen das Bundesamt für Strassen und der Kanton die Verbesserung der Seebli-Kreuzung.

Vor der Inbetriebnahme der Zentrumsentlastung Brugg-Windisch soll der Autobahn-Anschluss in Lupfig optimiert sein.

Der Ostaargau ist ein attraktiver Wohn- und Wirtschaftsstandort – und wächst kräftig. Die Zahl der Fahrzeuge, die täglich auf den Strassen unterwegs sind, wird in den kommenden Jahren massiv zunehmen. Die Folge: immer mehr Staus.

Welche Massnahmen getroffen werden sollen, hat Regierungsrat Stephan Attiger an einer Medienkonferenz letzte Woche erklärt (die AZ berichtete). Ziel des Regionalen Gesamtverkehrskonzepts Ostaargau (Oase) ist es, die Zentren Brugg und Baden vom Verkehr zu entlasten und das untere Aaretal besser an das Nationalstrassennetz anzubinden.

Die Region erstickt schon heute im Verkehr

Bei den drei Planungsverbänden Brugg Regio, Baden Regio und Zurzibiet Regio kommt das Regionale Gesamtverkehrskonzept Ostaargau gut an. Denn die Problematik sei bekannt: Schon heute ersticke die Region – vor allem die Zentren Brugg und Baden – im Verkehr, in den Stosszeiten könne die Situation fast unerträglich sein, sagt Richard Plüss, Präsident von Brugg Regio. «Das behindert und verhindert.»

Massnahmen seien dringend und zwingend nötig, fügt Plüss an und verweist auf die bestehende grosse Wohn-, Industrie- und Gewerbedichte sowie die erwartete Entwicklung von Bevölkerung und Arbeitsplätzen. Im Birrfeld beispielsweise seien rund 30 Hektaren eingezonte Industrie- und Gewerbeflächen vorhanden.

Als optimal und erfreulich bezeichnet Plüss, dass mit der Oase der Fokus nicht alleine auf den Motorfahrzeugverkehr gerichtet wird. «Wir versprechen uns viel von den Alternativen und Verbesserungen, die gesucht werden beim Fuss- und Veloverkehr.» Gerade bei Letzterem sei grosses Potenzial vorhanden, zeigt sich Plüss überzeugt. Im Industriegebiet in Lupfig sei ein Unternehmen aus dem Zweirad-Sektor angesiedelt, das die Entwicklung spüre und vor einer rosigen Zukunft stehe, stellt er fest. Das Geschäft – mit Produktion und Verkauf – floriere.

Projektskizze liegt nach intensiver Vorarbeit vor

Aber: Mit der Oase gebe es auch einen Nebenschauplatz, betont Plüss in seiner Funktion als Gemeindeammann in Lupfig. «Die ganze Verkehrsverbesserung nützt natürlich nichts, wenn der Zufluss auf die Autobahn nicht gewährleistet ist», sagt er mit Blick auf die Seebli-Kreuzung. Dieses Thema sei ebenfalls bekannt und von Anfang an eingebracht worden von den Gemeinden Lupfig und Hausen.

Gesucht werde hier die Lösung – «das läuft auf einer anderen Schiene» – mit dem zuständigen Bundesamt für Strassen (Astra) sowie dem Kanton. Eine Projektskizze liege nach intensiver Vorarbeit vor, die Projektentwicklung werde nun konkreter. «Wichtig ist, dass eine Korrektur der Seebli-Kreuzung umgesetzt ist, bevor neue Verkehrsachsen realisiert werden», hebt Plüss hervor.

In Hausen wird die Bevölkerung informiert

In den Oase-Entwicklungsprozess seien die Regionalplanungsverbände von Beginn weg eingebunden worden, blickt Plüss zufrieden zurück. An Workshops hätten sich die Regionen einbringen, ihre Wünsche deponieren können. Die Präsidenten wie auch die Gemeinden als Mitglieder seien laufend informiert worden. Diese konstruktive Zusammenarbeit mit dem offenen Austausch und der sauberen Kommunikation habe laut Plüss zum vorliegenden guten Ergebnis geführt. Die drei Planungsverbände stecken grosse Hoffnung in die Oase, fasst er zusammen. «Wir unterstützten das Projekt und sind zuversichtlich, dass die nun anstehenden Entscheide gutgeheissen werden.»

Die öffentliche Anhörung zur Richtplananpassung Oase dauert bis 17. Januar 2020. Für den Raum Brugg-Windisch ist als ein wesentliches Element eine Zentrumsentlastung für den Durchgangsverkehr vorgesehen: eine neue Achse vom Kreisel Lauffohr im Osten durch das Aufeld, gefolgt von einem Tunnel unter der Aare und dann oberirdisch weiter bis zur Südwestumfahrung Brugg im Westen, die sich derzeit im Bau befindet. Gemäss Regierungsrat kann mit dieser Massnahme im Zentrum Brugg-Windisch das Potenzial geschaffen werden für die Aufwertung des Stadt- und Freiraums sowie mehr Platz für das Velo- und öV-Angebot.

Um die Öffentlichkeit im betroffenen Raum aus erster Hand über die Oase, die Anhörung und das weitere Vorgehen zu informieren, führt das Departement Bau, Verkehr und Umwelt am kommenden Montag in der Mehrzweckhalle in Hausen eine öffentliche Informationsveranstaltung durch. Denn die Bevölkerung hat – zum zweiten Mal nach 2016 – die Gelegenheit, sich aktiv einzubringen und ihre Meinung kundzutun.

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