Brugg

Immer mehr Aufgaben: Das Zivilstandsamt kämpft mit grossen Herausforderungen

Das Zivilstandsamt Brugg befindet sich im Kornhaus in der Unteren Hofstatt.

Das Zivilstandsamt Brugg befindet sich im Kornhaus in der Unteren Hofstatt.

Seit Beginn mit 240 Stellenprozenten besetzt – Brugger Einwohnerrat entscheidet über Erhöhung um 40 Prozent.

Gross sind die Herausforderungen für das kleine Team des Regionalen Zivilstandsamts Brugg: Die Aufgaben haben zugenommen, sind komplexer geworden, die Nachfrage und der Zeitaufwand sind gestiegen. Zur Diskussion stehen an der Sitzung des Einwohnerrats diesen Freitag deshalb eine Erhöhung der Stellenpensen um 40 Prozent sowie dafür ein jährlich wiederkehrender Kredit von 40'000 Franken.

Ehevorbereitungen, Trauungen oder das Führen des Personenregisters: Das Regionale Zivilstandsamt Brugg ist zuständig für rund 51000 Einwohnerinnen und Einwohner und verfügt – seit Beginn 2014 durch die Fusion der Zivilstandskreise Birr, Schinznach-Dorf und Brugg – über 240 Stellenprozente, aufgeteilt auf die Leiterin und zwei Zivilstandsbeamtinnen.

Telefonbeantworter muss häufig eingeschaltet werden

Abwesenheiten von Mitarbeiterinnen könnten nicht ausreichend kompensiert werden, hält der Stadtrat Brugg in seiner Botschaft an den Einwohnerrat fest. Trauungen – rund 210 sind es jährlich – kollidieren mit weiteren Terminen, der lebhafte Schalter- und Telefonverkehr führe zu längeren Wartezeiten. Insbesondere am Montag gehe es meist hektisch zu und her. Häufig müsse der Telefonbeantworter eingeschaltet werden.

Nur dank des sehr effizient arbeitenden, geschulten Personals und des ausserordentlichen Einsatzes könnten die Tätigkeiten bewältigt werden, fährt der Stadtrat fort und nennt etwa die Stichworte Beratungen, Aktenprüfung, Dokumentausstellungen oder Archivierung.

Um die Belastung der Mitarbeiterinnen zu verringern, sind verschiedene Massnahmen getroffen worden: Trauungen in den Traulokalen ausserhalb der Stadt werden aus Kapazitätsgründen nur noch in beschränktem Ausmass angeboten, Kundenkontakte sind am Dienstagmorgen nicht mehr möglich. Aus dem Quervergleich mit Rheinfelden und Wettingen ist laut Behörde ersichtlich, dass Brugg über verhältnismässig wenig Stellenprozente verfügt.

Kurz: Das Regionale Zivilstandsamt Brugg benötige dringend eine Erhöhung der Stellenprozente, um seine Dienstleistungen wieder an allen Arbeitstagen anbieten zu können, betont der Stadtrat. Ermöglicht werde so, dass Trauungen künftig von vier Personen durchgeführt werden.

Ebenfalls könne am Dienstagmorgen auf die Schliessung des Schalters verzichtet, die Erreichbarkeit am Montag sichergestellt werden. Selbst bei Ferien und krankheitsbedingten Abwesenheiten sei es möglich, die Trautermine künftig wieder wahrzunehmen.

Die Stadt wird im Verhältnis zu Einwohnerzahl belastet

Die Kosten entfallen auf den ganzen Zivilstandskreis: auf alle Gemeinden des Bezirks ausser Mandach. Gerechnet wird mit einer Erhöhung des jährlichen Pro-Kopf-Kostenbeitrags der Anschlussgemeinden um rund 0.78 auf nunmehr 3.78 Franken.

Für die Stadt führt die Stellenerhöhung – aufgrund der Einwohnerzahl – zu einer jährlich wiederkehrenden Belastung von 10'000 Franken.

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