Mit 900 Einwohnern gehört Rüfenach nicht zu den Grossstädten. Die einen würden die Gemeinde als gemütlich bezeichnen, die anderen als ruhig und manche gar als langweilig.

Doch nun wollen drei junge Männer kurzzeitig wieder etwas Leben ins Dorf bringen – genauer gesagt: in den Wald. Adrian Hersperger, Reto Bruderer und Ivan Bühler möchten im Spätsommer ein zweitägiges Fest bei der Waldhütte veranstalten. Unter dem Namen Noxtron Crew sind sie seit zwei Jahren am Planen.

«Es gibt in der Gegend wenig Sachen für Junge», erklärt Ivan Bühler. «Sie müssen nach Zürich in den Ausgang, da hier immer mehr Clubs zugehen.» Mit seiner Party möchte das Trio jungen Leuten aus der Region etwas bieten.

Aber auch die anderen Generationen sollen auf ihre Kosten kommen. Deswegen wird die «Hondsverlochete» am Freitag, 31. August, ganz gemütlich sein. Vom Kleinkind bis zum Rentner ist jeder willkommen. Die Liveband und der DJ spielen Schlagerlieder und Songs aus den 90ern. Eine Tombola und ein Wettnageln sorgen für den zusätzlichen Spassfaktor und natürlich gibt es auch Essen und Getränke.

Am darauffolgenden Tag findet dann die eigentliche Waldparty statt, die sich eher an ein Publikum zwischen 16 und 30 Jahren richtet. Eine Laser- und Lichtshow sowie nationale und internationale Livemusiker aus den Bereichen House, Trance und Techno sollen den Leuten einheizen. An Bars und Essensständen können die Tanzfreudigen Energie tanken oder sich am Lagerfeuer ausruhen.

Als Parkplatz dient ein nahegelegenes Feld, das ein hiesiger Bauer zur Verfügung stellt. Wer ohne eigenes Auto anreist, kann den Shuttle-Service in Anspruch nehmen oder Taxis. Auch ein Sanitäts- und ein Sicherheitsdienst werden vor Ort sein. Werbung machen will die Noxtron Crew durch Flyer, Mundpropaganda und bei den Dorfbewohnern per Post.

Umweltbelastung soll gering sein

Damit die Belastung für die Umwelt möglichst gering ist, wird ein kleines Aggregat nur im Notfall zum Einsatz kommen, wenn der Strom von der Waldhütte nicht reichen sollte. Der Hauptteil des Festgeländes wird abgesperrt, sodass die Leute nicht im Wald herumtrampeln.

Zudem werden die Organisatoren nach dem Fest allen liegengebliebenen Müll bei einer «Fötzelaktion» einsammeln und so viel wie möglich recyceln. Um die Ohren der Dorfbewohner zu schonen, ist die Bühne in die entgegengesetzte Richtung des Dorfs gerichtet. «Natürlich werden wir uns an die gesetzlichen Dezibelvorschriften halten», versichert Bühler.

Für solch einen aufwendigen Anlass fallen einige Kosten an. Dafür suchen die drei Organisatoren noch nach Sponsoren, ansonsten werden sie alles aus eigener Tasche bezahlen. Sie hoffen, dass sie die Ausgaben durch die Einnahmen decken können. Doch wenn nicht, wäre das auch keine Tragödie.

Denn sie haben das Budget so bemessen, dass es für sie verkraftbar ist. «Ausserdem besitzen wir das meiste Material im technischen Bereich bereits», erzählt Bühler. Schliesslich haben er und seine beiden Freunde schon öfter kleinere Privatfeste veranstaltet.

Es braucht eine Bewilligung

Die Wahl des Standorts fiel aus mehreren Gründen auf Rüfenach. Zum einen laufe sowieso wenig, erklärt Bühler. Er muss es wissen, schliesslich wohnt er hier. Weiter habe es vor neun Jahren eine Waldparty mit über 1000 Besuchern gegeben. Wieso also nicht wieder so etwas organisieren?

Die Noxtron Crew ist froh, dass ihr der damalige Organisator Carlo Blättler mit Rat und Tat zur Seite steht. Auch auf die Unterstützung von Familien und von Kollegen, die sich als Helfer zum Auf- und Abräumen und während des Fests verpflichtet haben, können die Männer zählen. Zusätzlich sollen Vereine angefragt werden, ob sie für eine Pauschale bereit wären mitanzupacken.

Momentan liegt das Gesuch für das Fest auf der Gemeindeverwaltung zur Einsicht auf. Sobald die definitive Bewilligung erteilt ist, hält die Noxtron Crew nichts mehr zurück. Dann darf sich Rüfenach wieder über einen Grossanlass freuen und über einen Bevölkerungszuwachs von rund 500 Personen – zumindest während zweier Nächte.