Villnachern
Im Villnacherntunnel fehlen ein paar wenige Zentimeter

Ohne Villnacherntunnel funktionierts nicht: Im Rahmen des Grossprojekts «4-Meter-Korridor» muss er erneuert und ausgeweitet werden. Kostenpunkt: rund 10 Mio. Franken. Ausgeführt werden sollen die Bauarbeiten im ersten Halbjahr 2020.

Michael Hunziker
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Blick von der Seite Nordportal: Im Rahmen des Grossprojekts 4-Meter Korridor wird der rund 185 Meter lange Villnacherntunnel erneuert und ausgeweitet.

Blick von der Seite Nordportal: Im Rahmen des Grossprojekts 4-Meter Korridor wird der rund 185 Meter lange Villnacherntunnel erneuert und ausgeweitet.

Michael Hunziker

Die Ausgangslage ist klar: Der Villnacherntunnel ist Bestandteil der Eisenbahn-Gotthard-Achse. Und diese bauen die SBB bis 2020 zu einem 4-Meter-Korridor aus, damit die alpenquerenden Gütertransporte verstärkt von der Strasse auf die Schiene verlagert werden können. Transportiert werden künftig Strassenfahrzeuge respektive Sattelauflieger mit einer Eckhöhe von 4 Metern.

Mit diesem Grossprojekt muss der Villnacherntunnel erneuert und ausgeweitet werden. Im Fachjargon ist die Rede von einer Vergrösserung des Lichtraumprofils. Die Unterlagen für diese Profilerweiterung liegen bis 27. Oktober auf der Gemeindekanzlei öffentlich auf.

Rund 140 Jahre alt

In Betrieb genommen wurde der rund 185 Meter lange Villnacherntunnel im Jahr 1875. Seit 1905 wird er als Doppelspurtunnel geführt, 1926 erfolgte die Elektrifizierung. In den Neunzigerjahren wurde eine Gesamtsanierung ausgeführt, während der auch das gemauerte Tunnelgewölbe verstärkt wurde.

Geplant ist jetzt, den Querschnitt des Tunnels um wenige Zentimeter zu erweitern, erklärt SBB-Mediensprecher Reto Schärli. «Dafür wird auf einer Seite des Gewölbes ein kleiner Teil des Mauerwerks abgetragen.» Überdies wird der Abstand zwischen den beiden Gleisen leicht vergrössert. Im statischen Bericht ist festgehalten, dass mit der Profilaufweitung keine aussergewöhnlichen Risiken zu erwarten sind, «da sehr gute Kenntnisse über das Tunnelbauwerk vorliegen». Ausserdem hätten sich die vorgesehenen Massnahmen in der Praxis bereits bewährt.

Gearbeitet wird nachts

Ausgeführt werden die Arbeiten mit einem Bauzug ab Bahnhof Brugg jeweils in der Nacht. Pro Woche zur Verfügung stehen gemäss Baugesuch fünf Intervalle von 22 bis 6 Uhr. Es werde jeweils ein Gleis ausser Betrieb genommen, sagt SBB-Mediensprecher Schärli zum Vorgehen. Für den Einbau von Deckenstromschienen seien kurze Totalsperren an zwei Wochenenden erforderlich. «Ansonsten werden die Auswirkungen auf den Bahnbetrieb gering sein.»

Geplant ist die rund viermonatige Bauzeit im ersten Halbjahr 2020. Gerechnet wird mit Gesamtkosten von rund 10 Mio. Franken.

Auch Bözbergtunnel ist Bestandteil

Zur Erinnerung: Die SBB bauen im Auftrag des Bundes die Strecke von Basel ins Tessin zu einem durchgängigen 4-Meter-Korridor aus. Für das auf 940 Millionen Franken veranschlagte Vorhaben müssen rund 20 Tunnel ausgebaut und 150 Anpassungen an Perrons, Fahrstrom- und Signalanlagen vorgenommen sowie Überführungen erstellt werden. Das grösste Projekt ist dabei der rund 350 Mio. Franken teure Neubau des gegen 3 Kilometer langen Bözberg-Doppelspurtunnels. Das nördliche Portal liegt bei Effingen, das südliche bei Schinznach-Dorf. Der Baustart soll 2016 erfolgen, die Inbetriebnahme ist 2020 vorgesehen.

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