Waffenplatz Brugg
Im Video: Genie-Rekruten bauen 46-Meter-Brücke auf

Auf dem Waffenplatz in Brugg wurde heute die letzte 46-Meter-Unterstützungsbrücke an die Logistikbasis der Armee übergeben. Diese Konstruktion haben US-Streitkräfte bereits im Irak und in Afghanistan genutzt.

Nicola Imfeld
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Die Mittagssonne brannte gestern erbarmungslos auf die Rekruten der Genie-RS 73 in Brugg nieder. In Kampfstiefeln, langärmligen Tarnanzügen und dicken Schwimmwesten lauschten sie eine halbe Stunde lang mehr oder weniger interessiert den Worten der Referenten.

Sie alle verkündeten vor den anwesenden Medienschaffenden und ranghohen Armeeangehörigen den Abschluss des sogenannten Beschaffungsvorhabens.

Rekruten bauen Brücke auf:

Soldaten der Schweizer Armee installieren in Brugg die neue Unterstützungsbrücke 46m
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Die Brücken bestehen aus mehreren Elementen und können bis auf eine Länge von 46 Metern ausgebaut werden. Die Tragkraft liegt bei je 80 Tonnen, mit Zusatzelementen lässt sie sich gar auf je 120 Tonnen steigern.
Der Aufbau der Brücke dauert etwa zwei Stunden.
Ein Rekrut bei der Arbeit.
Die Brücke erreicht nach etwa 40 Minuten die andere Seite der Aare.
Diese zwei Rekruten befestigen ein Element.
So sieht eine einsatzbereite Unterstützungsbrücke aus.

Soldaten der Schweizer Armee installieren in Brugg die neue Unterstützungsbrücke 46m

SEVERIN BIGLER

In anderen Worten ging es auf dem Waffenplatz im Brugger Geissenschachen um die Übergabe der letzten Unterstützungsbrücke an die Logistikbasis der Armee. In den Rüstungsprogrammen von 2011 und 2013 wurden für insgesamt 259 Millionen Franken 16 solcher Brücken und 24 Verlegesätze vom britischen Hersteller WFEL beschafft.

Sogar der CEO der international tätigen Firma, Ian Wilson, gab sich die Ehre und sprach in Brugg von einer «hervorragenden Zusammenarbeit» mit der Schweizer Armee.

Irak und Afghanistan

Die Brücken bestehen aus mehreren Elementen und können bis auf eine Länge von 46 Metern ausgebaut werden. Die Tragkraft liegt bei je 80 Tonnen, mit Zusatzelementen lässt sie sich gar auf je 120 Tonnen steigern. «Diese Brückenkonstruktion haben auch die US-Streitkräften im Irak und Afghanistan genutzt», sagt Reto Maurer vom Bundesamt für Rüstung (Armasuisse).

Das neue Material wird aber nicht nur zu militärischen Übungszwecken verwendet werden, sondern kann auch bei zivilen Katastrophen gute Dienste leisten. Die Unterstützungsbrücken sollen beispielsweise bei Überschwemmungen oder Erdrutschen zum Einsatz kommen, damit blockierte Verkehrswege rasch provisorisch wieder geöffnet werden können.

Ihre Praxistauglichkeit stellte die 46-Meter-Unterstützungsbrücke bereits im Juli 2015 unter Beweis, als sie nach starken Unwettern die Anbindung an die abgelegene Ortschaft S-Charl im Unterengadin wiederherstellte.

Zum Abschluss des offiziellen Anlasses präsentierten zwölf Rekruten den Aufbau einer solchen 46-Meter-Unterstützungsbrücke. Nach langem Warten in der Mittagssonne dürfte ihnen die Präsentation über der luftigen Aare gerade recht gekommen sein.