Birr/Brugg

Im Sommer muss der Gelenkbus ohne Beiwagen ausreichen

Das neue Gelenkpostauto ist pünktlich um 6.54 Uhr – ohne Beiwagen – am Brugger Busterminal angekommen.

Das neue Gelenkpostauto ist pünktlich um 6.54 Uhr – ohne Beiwagen – am Brugger Busterminal angekommen.

Für Pendler kann es wieder eng werden: Das Postauto hat ab Hausen Stollen seit den Frühlingsferien keinen Beiwagen mehr – weil viele Pendler anscheinend aufs Velo und E-Bike umsteigen.

Manche Buspassagiere aus dem Eigenamt oder aus Hausen können von ihrem Arbeits- oder Schulweg ein Klagelied singen. Am Bahnhof Birr ist das Postauto der Linie 364, das am Morgen früh um 6.30 Uhr Richtung Brugg losfährt, zwar noch fast leer. Das ändert sich aber schnell und spätestens ab Hausen Stollen stehen viele Fahrgäste – trotz dem Einsatz des grossen Gelenkbusses.

Vor allem in der kälteren Jahreszeit oder bei Regen ist der Andrang manchmal so gross, dass beim Einsteigen wertvolle Zeit verloren geht und die Passagiere kaum mehr einen Stehplatz ergattern können. Um diese Spitze zu brechen, wurde bis zu den Frühlingsferien ab Hausen Stollen jeweils flexibel ein Beiwagen eingesetzt. Dabei handelte es sich gemäss Urs Bloch von der Medienstelle der Postauto Schweiz AG um ein zweites Fahrzeug zusätzlich zum fahrplanmässigen Postauto.

Velos und E-Bikes statt Postauto

Flexibel will heissen: Der Beiwagen kam vor allem während den kälteren Monaten und ausserhalb der Schulferien zum Einsatz. In der warmen Jahreszeit sei ein solcher nicht nötig, weil dann viele Pendler und Schüler mit ihren Velos und E-Bikes unterwegs sind und auf das Postauto verzichten, so Mediensprecher Bloch.

Mit der Inbetriebnahme des neuen Busterminals Bahnhof Campus in Brugg Mitte Dezember 2014 hat Postauto drei neue Gelenkbusse angeschafft. «Deshalb haben wir nach dem Fahrplanwechsel vom 14. Dezember auf den Beiwagen verzichtet», sagt Bloch. Rückmeldungen von Kunden und vom Fahrpersonal haben Postauto aber dazu bewogen, nach den Weihnachtsferien den entsprechenden Morgenkurs wieder durch einen Beiwagen zu verstärken. «Wir wurden von der Nachfrage positiv überrascht und haben deshalb reagiert.»

Ab Herbst wieder mit Beiwagen

Doch seit dem Start der Frühlingsferien am 3. April ist wieder Schluss mit diesem Zusatzangebot. Urs Bloch sagt dazu: «Wir planen, den Beiwagen im Herbst wieder einzusetzen.» Bis jetzt verlaufe der Betrieb normal und es habe keine anderslautenden Rückmeldungen von Fahrgästen oder Fahrern gegeben. Wer sich am neuen Busterminal umhört, bekommt einen anderen Eindruck. Das Thema beschäftigt Passagiere und Fahrer.

Der Mediensprecher räumt ein, dass sich beim Beiwagen-Einsatz auch immer die Kosten/Nutzen-Frage stellt. «Weil der öffentliche Regionalverkehr etwa zu 50 Prozent durch die öffentliche Hand finanziert wird, gehen wir haushälterisch mit diesem Geld um», betont Bloch. Die Vorgaben des Bestellers – in diesem Fall der Kanton Aargau – sähen verständlicherweise nicht vor, zusätzliche Fahrzeuge einzusetzen, wenn es im Gelenkpostauto genügend Platz in Form von Sitz- und Stehplätzen gibt.

Die Postauto Schweiz AG beobachte die Situation aber laufend und stütze sich auch auf Reaktionen von Fahrgästen und Chauffeuren. Dabei gehe es sowohl um das Platzangebot wie auch um die Fahrplanstabilität, so Bloch weiter.

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