Am Donnerstag um 17 Uhr wird die Annahme der Trauben im Hauptgebäude der Weinbaugenossenschaft Schinznach in Schinznach-Dorf eröffnet. Bereits hat sich eine lange Schlange von Weinbauern mit ihren Fahrzeugen gebildet, die ihre Trauben abgeben wollen.

Bis zur Kirche stauen sich die Gefährte, doch jeder wartet geduldig, bis er an der Reihe ist. Pünktlich nimmt Geschäftsführer Hans Peter Kuhn die Anlage in Betrieb. Er hat zurecht mit einem Grossandrang gerechnet.

Einblick in die Verarbeitung der Früchte:

Traubenabgabe Schinznach: Einblick in die Verarbeitung der Früchte

        

Verarbeitung der Früchte

Der erste Bauer darf seine Standen, die grossen Kübel voller Trauben, am Kran befestigen. Automatisch werden die Standen hinauf gehoben und ins Innere des Gebäudes gezogen. Dort wird der Inhalt der Standen in die Abbeermaschine gekippt. Diese Maschine trennt die Trauben von den Stielen. In den Maischenbehälter purzeln nun die stiellosen Trauben.

Währenddessen fängt ein Mitarbeiter einige der Trauben auf. Ein klein wenig Saft davon gibt er ins Refraktometer, mit dem die Öchsle gemessen werden, also die Süsse der Trauben. Anschliessend werden die Trauben in einen Tank gepumpt, wo sie auf ihre Weiterverarbeitung warten.

An diesem Abend erzielen die Weinbauern von Schinznach hohe Öchslewerte, was den süssen Trauben geschuldet ist. Der schöne Sommer liess sie besonders zuckerhaltig werden. Hans Peter Kuhn ist mit der diesjährigen Traubenlese sehr zufrieden. «Wir sind zehn Tage früher als sonst», sagt er.

Der Sommer war der Fliege zu heiss

Deshalb kam den Weinbauern auch die berüchtigte Kirschessigfliege noch nicht in den Weg. «Die Fliege liebt schwüles, warmes Wetter. Der Sommer war ihr zu heiss und zu trocken. Die Fliege ist zwar hier, verursacht aber noch keine Schäden», erklärt Kuhn.

Auch von Wetterschäden wurden die Schinznacher grösstenteils verschont. Die Trauben konnten in aller Ruhe wachsen und reifen. Den Weinbauern kanns recht sein, denn sie und die Konsumenten dürfen sich auf einen guten Jahrgang Schinznacher Wein freuen.