Thalheim
Im Schenkenbergertal wachsen bald Trüffel

Die Swisstruffle AG baut in Thalheim eine der schweizweit ersten Trüffelplantagen. Die kalkhaltigen Böden und die südorientierte, besonnte Hanglage bieten die idealen Voraussetzungen für die Burgunder- und Périgord-Trüffel.

Louis Probst
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Trüffelplantage in Thalheim AG: Zum Ernten kann nicht einfach umgegraben werden, es braucht Trüffelschweine, Hunde oder Trüffeldetektoren. Louis Probst

Trüffelplantage in Thalheim AG: Zum Ernten kann nicht einfach umgegraben werden, es braucht Trüffelschweine, Hunde oder Trüffeldetektoren. Louis Probst

In Reih und Glied, und gut geschützt gegen Wildverbiss, stehen sie seit kurzem oberhalb von Thalheim, die so genannten «Trüffelbäumchen» der Trüffelanlage der Swisstruffle AG. Die jungen Hasel- und Eichenpflänzchen, deren Wurzelwerk mit den Sporen der Burgunder- und der Périgordtrüffel «geimpft» ist, dienen als Wirtspflanzen für die von den Gourmets überaus geschätzten Knollen.

Trüffel, vor allem die Burgundertrüffel, findet man zwar auch in unseren Gegenden. Allerdings sind die begehrten Knollen, die zur Gattung der Schlauchpilze gehören, und die knapp unter der Bodenoberfläche wachsen, recht schwer zu finden. Was sich erwartungsgemäss auch in ihrem Preis niederschlägt. Vor allem in Frankreich befasst man sich denn auch bereits seit längerem mit dem gezielten Anbau von Trüffeln. Dabei stehen die Burgunder- und die Périgordtrüffel im Vordergrund. Bis jetzt noch nicht gelungen scheint die Zucht der Weissen oder Piemont-Trüffel -- gewissermassen der Königin der Trüffeln.

Trüffelbäumchen aus dem Jura

Inzwischen beginnt der Trüffelanbau auch in der Schweiz Fuss zu fassen. Führend ist die Pépinière de Genolier im Kanton Waadt, die seit kurzem Trüffelbäumchen aus eigener Produktion anbietet. Diese Bäumchen sind mit Sporen von Trüffeln geimpft, die aus den Wäldern am Jurafuss stammen. Damit dürften sie für die Verwendung in der Schweiz wohl besonders geeignet sein. Die Pépinière de Genolier vertreibt zudem Trüffelbäumchen der Pépinière Robin im französischen St-Laurent-du-Cros, die vom Institut National de Recherche Agronomique (INRA) in Clermont-Ferrand zertifiziert sind. Beide Baumschulen wirken beim Aufbau der Anlage der Swisstruffle AG in Thalheim mit.

Dass diese Anlage ausgerechnet im Schenkenbergertal entsteht, kommt nicht von ungefähr. Trüffel, und damit auch die Burgunder- und die Périgordtrüffel, stellen bestimmte Anforderungen, nicht nur an die Wirtspflanzen, sondern auch an den Standort. Sie brauchen kalkhaltige Böden, die besonnt sind. Sie brauchen zwar Wasser, mögen aber keine Staunässe. Daher eignen sich leichte, südorientierte Hanglagen besonders. Im Gebiet Chöliacker und Steinacker in Thalheim liegen diese Voraussetzungen vor. Mit einer Bewässerungsanlage soll sichergestellt werden, dass die Trüffeln in Trockenperioden keinen Schaden nehmen. Die Anlage wird zudem eingezäunt. Damit soll vermieden werden, dass sich ungebetene Gäste -- vor allem Wildschweine - an den Trüffeln gütlich tun.

Langfristige Kultur

Bis in Thalheim die ersten Trüffeln geerntet werden können, dürften aber einige Jahre vergehen. Man rechnet mit mindestens vier Jahren, bis unter den Bäumchen jene ringförmigen Stellen mit schütterem Graswuchs sichtbar werden, die auf das Vorhandensein von Trüffeln hindeuten. Wer weiss? Vielleicht wird dann für die Feinsuche auch in Thalheim der Trüffelhund oder gar das Trüffelschwein zum Einsatz kommen. Es soll ja zwar auch einen elektronischen Trüffeldetektor geben. Ob Schwein, Hund oder Elektronik – Auf jeden Fall kann auch in der Trüffelplantage nicht einfach umgegraben werden, um an die köstlichen und kostbaren Knollen zu gelangen.