Fragt Büne Huber Sina auf der Bühne im Salzhaus: «Hättest du zugesagt, wenn dir klar gewesen wäre, was dich an diesem Abend erwartet?» Sagt Sina zu Büne: «Nein. Ich wäre zu Hause geblieben und hätte ein Vollbad genommen.»

Sie meint das bei der ersten Ausgabe von «3 für 2» natürlich im Scherz. Das neue Format soll künftig etwa dreimal im Jahr in Brugg über die Bühne gehen. Dazu gräbt Autor Urs Augstburger jeweils tief in der Vergangenheit von zwei geladenen Gästen und präsentiert auf seinem Laptop das gefundene Material an Fotos und Filmen. Monika Schärer rückt ihnen als Moderatorin in ihrer gewohnt humorvollen Art auf den Pelz und Hendrix Ackle sorgt für die musikalischen Sidekicks.

Der «Pavarotti der Rock-Musik»

So lernt man die Künstler, wie bei der ersten Ausgabe den Patent-Ochsner-Frontmann Büne Huber und die Walliser Sängerin Sina, von einer völlig neuen und ungewohnten Seite kennen. Büne auf der Salzhaus-Bühne über Sina: «Sie ist charmant, herzoffen und redet eine Sprache, die ich schlecht verstehe. Aber was ich verstehe, finde ich gut.» Sina über Büne: «Er ist für mich der Pavarotti der Rock-Musik.»

Genauso überrascht wie das Publikum sind die Protagonisten, was Augstburger alles zutage bringt. Teilweise noch nie in der Öffentlichkeit gezeigte Kinder- und Jugendfotos gibts zu sehen. Eine Zeichnung vom 4-jährigen Büne über den Vietnam-Krieg; der Clip seines allerersten Fernsehauftritts. Sina am Anfang ihrer Karriere als Schlagersängerin, später mit ihrer 80er-Jahre-Löwenmähne, für die sie mehr Presse bekam als für die Musik. Grosses Gelächter über Sina beim «Samschtig-Jass»; oder als Gast bei Mike Shiva, der ihr die Zukunft aus den Karten liest. «Ein Fernsehauftritt, bei dem ich gelitten habe», gibt Sina zu.

Der Hit kommt am Schluss

Mit jeder Minute werden die beiden Stars offener, erzählen über Höhe- und Tiefpunkte im Leben, wie sie Songs komponieren und was ihnen ihr Prominentenstatus bedeutet. Büne Huber meint schalkhaft: «Ich denke, die meisten Leute glauben, ich sei ein viel geilerer Siech, als ich es wirklich bin.» Es wird viel geredet, philosophiert und herumgeblödelt – gesungen nur wenig. Das ist sowohl für die Künstler als auch die Zuschauer ungewohnt. Und wenn Musik erklingt, dann nicht die bekannten Nummern. Schärer und Augstburger verführen Sina zum Karaoke-Singen eines alten Hitparadenkrachers. Zusammen mit Ackle trägt sie «Ain’t No Sunshine» in der Walliser Version
«Äs schiint kei Sunnu» vor.

Büne Huber wird zur Spontanvertonung eines zotigen Gedichts von Augstburger genötigt. Mit der Interpretation von «Somewhere over the Rainbow» und «I don’t like Mondays» sorgt er für Hühnerhautmomente. Und ganz am Schluss kommt dann doch noch etwas, worauf alle gewartet haben: Sinas Hit «I schwöru», der vor allem im Duett mit Büne Huber legendär geworden ist. Da bekommt so mancher feuchte Augen. Auch Huber, der gesteht: «Als wir das Lied aufnahmen, war ich an einem Tiefpunkt in meinen Leben. Der Song geht mir so nahe, dass ich heute noch mit den Tränen kämpfe, wenn ich ihn singe.»

Sina feat. Büne Huber – Ich schwöru

Sina feat. Büne Huber – Ich schwöru