Ist es nicht ärgerlich? Irgendetwas Kleines geht kaputt, sei es ein Mixer, Modeschmuck oder ein Knopf an einem Hemd. Oft wäre es einfach zu reparieren, aber die Zeit oder das Wissen fehlt. Dann fährt man los und kauft sich einen Ersatz und das kaputte Ding landet im Müll. Gegen dieses Muster gehen Repair Cafés vor.

Im Mikado Café der Stiftung Domino in Windisch trafen sich ehrenamtliche Reparaturexperten mit Besuchern, die ihre defekten Produkte mitbrachten. Eine bunte Mischung von freiwilligen Helfern hat ihren Weg ins Repair Café gefunden. Die Funktion der Freiwilligen geht von Modeschmuckexpertinnen zu Schreinern bis hin zum professionellen Handy-Doktor und Hobby-Computer-Experten der Verwandtschaft.

Im Repair-Café wurde kaputten Gegenständen neuen Lebensatem eingehaucht.

Im Repair-Café wurde kaputten Gegenständen neuen Lebensatem eingehaucht.

Dazu wurden Kaffee, Kuchen und Sandwiches serviert und die Menschen kamen miteinander ins Gespräch über das Wegwerfen, das Reparieren und weit darüber hinaus. «Hier kann ich Leute treffen mit denselben Ideen, die ich habe, und ich kann meiner Leidenschaft nachgehen: herausfinden, warum etwas nicht funktioniert», sagt Peter König, Elektrofachmann und einer der ehrenamtlichen Reparaturexperten. «Eigentlich hätte ich Schrotthändler werden sollen», sagt daraufhin Alfred Rauber, Allrounder im Repair Café.

Der bärtige Mann teilt sich einen Tisch mit dem Elektrofachmann und die beiden sind sich darüber einig, dass viel zu viel weggeworfen wird, das eigentlich noch zu gebrauchen wäre. «Ich will hier dem Leben und seinen Bedürfnissen dienen und die Investoren aussen vor lassen, die sonst immer profitieren, und ausserdem haben mich drei sehr sympathische ältere Damen angefragt», erklärt Rauber weiter. «Selbst in Zeiten wie diesen ist es schön, analog Musik zu hören», sagt Thorsten Preisler, ein Besucher des Repair Cafés.

Er hat einen defekten Verstärker einer Stereoanlage und einen Mixer dabei: «Das Modell gibt es leider nicht mehr und meine Frau hängt an ihm. Dann haben wir vom Repair Café gehört und sofort gedacht: Das passt!» Annegret Fürst ist mit ihrem defekten Handy und einer kaputten Küchenmaschine ins Mikado gekommen: «Die Küchenmaschine habe ich schon lange und dementsprechend auch viele Zusatzgeräte, die alle nicht mehr ans neue Modell passen. Sie ist leider kaputt und anstatt mir sofort eine neue zu kaufen, bin ich hier.»

Monika Blum, die Initiantin des Repair Café, kam auf die Idee, auch in ihrer Region eines zu organisieren, nachdem sie, beeindruckt vom Film «Plastic Planet», ein Repair Café in Bern besucht hat: «Mir war sofort klar, das brauchen wir hier auch.» Sie ist sichtlich glücklich, dass es nun geklappt hat und viele Reparaturexperten und Besucher den Weg ins Repair Café gefunden haben.

«Langsam wird das Konzept Repair Café bekannt, nicht zuletzt durch die Medien, und das finde ich gut.» Sie findet es so gut, dass sie im Frühling schon das nächste Repair Café plant.