Schinznach-Dorf

Im Rausch des schwarzen Goldes – der Aargau ist ein Trüffelparadies

«Trüffelpapst» Zoran Martinovic gewährt Einblick in die Kunst der Trüffelsuche. Denn der Aargau, besonders auch die Gegend um Schinznach-Bad, ist ein sehr gutes Trüffelgebiet – wenn man weiss, wie man sie findet.

Die Trüffelsaison ist in vollem Gange. «Trüffelpapst» Zoran Martinovic kennt die besten Plätze. Gemeinsam mit seinen Trüffelhunden bildet er ein unschlagbares Team. Im Rahmen eines Events durften Interessierte den Trüffelsucher bei einem Rundgang begleiten.

Seit über 40 Jahren sucht Zoran Martinovic aus Möhlin bereits nach Trüffeln. Sein Handwerk hat der 58-Jährige von seinem Grossvater gelernt. Dieser suchte das «schwarze und weisse Gold» sogar gänzlich ohne Hund. «Das benötigt sehr viel Übung und ist äusserst schwierig», versichert Martinovic. Auch er selbst verfügt über diese Fähigkeiten.

Nicht verwunderlich, dass er in der Schweiz deswegen oft als «Trüffelpapst» bezeichnet wird. «Die Suche mit einem Hund ist viel effizienter. Meine Hunde wittern die Trüffel über eine Distanz von bis zu 100 Metern und auch in Tiefen von über einem Meter», erläutert er stolz.

Hunde sind besser als Schweine

Aktuell besitzt Martinovic drei aktive Trüffelhunde. «Es gibt diverse Rassen, die sich als Trüffelhunde gut eignen. Ich selber bevorzuge Jack Russells. Einer meiner Trüffelhunde ist aber ein Deutscher Spitz.»

Trüffelhund Bucko (9) stellte den Besuchern sein Können eindrücklich unter Beweis. Nach wenigen Minuten hat der Jack-Russell-Terrier bereits die ersten Burgundertrüffel gefunden und zeigt Martinovic die Stellen punktgenau an.

Bucko erschnüffelt einen Trüffel, ein Teilnehmer gräbt ihn mit der Hilfe von Zoran Martinovic aus.

Bucko erschnüffelt einen Trüffel, ein Teilnehmer gräbt ihn mit der Hilfe von Zoran Martinovic aus.

«Hunde sind gegenüber Schweinen immer zu bevorzugen. Sie sind einfacher abzurichten, arbeiten schneller und essen die Trüffel in der Regel nicht selber. Deswegen werden Schweine heute für die Trüffelsuche so gut wie gar nicht mehr verwendet», betont Martinovic.

Nachhaltigkeit liegt ihm am Herzen

«Ich suche in der ganzen Schweiz Trüffel. Hier habe ich schon über 20 verschiedene Sorten gefunden.» Besonders häufig zu finden ist der sogenannte Burgundertrüffel mit einer auffälligen schwarzen Oberflächenstruktur (siehe Box). Doch selbst der noch teurere weisse Trüffel lässt sich an wenigen Stellen in der Schweiz finden. «Diese sind aber sehr rar und eher im Tessin.»

Martinovic liegt ein nachhaltiges «Trüffeln» sehr am Herzen. «Viele Sammler zerstören aus Gier oder Unachtsamkeit gute Plätze», moniert er. So sei es besonders wichtig die Fundstelle nach dem Ausgraben der Knolle wieder mit Erde zuzuschütten und immer zu beachten, dass Sporen im Erdreich verbleiben. «Pflegt man die Plätze richtig, kann man dort jedes Jahr wieder neue Trüffel finden», betont der Trüffelpapst.

Trüffelsuche macht nicht reich

Aufgewachsen ist Martinovic in Ćuprija in Serbien. Er entstammt einer alten Jägerfamilie und ist selber Jäger. In Serbien arbeitete er als Anwalt, danach als Richter. In die Schweiz kam er 1990. Hier arbeitet er seit Jahren als Zeitungsverträger und geht während der Trüffelsaison eifrig auf Pilzsuche. «Ich bin durch und durch ein Waldmensch. Ich liebe es, in der Natur zu sein. Das ist der Grund, weshalb ich gerne trüffeln gehe. Reich wird man trotz der stolzen Preise der Knollen damit nicht.»

Die Trüffelsuche wurde vom Start-up Farmy.ch organisiert, einem Online-Hofladen, der sich auf Heimlieferung von regionalen und biologischen Produkten spezialisiert hat. «Ziel ist es, im Rahmen unserer «Farmy Academy»-Eventreihe jeden Monat einen Anlass zu einem Lebensmittel durchzuführen», so Event-Managerin Petra Stankovic.

Aufgrund der grossen Nachfrage wird am 12. November ein weiterer Trüffelevent in Schinznach-Dorf durchgeführt. Infos unter farmy.ch/truffeljagd.

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