Während Monaten wollte es nicht vorwärtsgehen, doch nun ist klar, welche grossen Veränderungen mit der nächsten Sanierungsetappe beim Gebäudekomplex Neumarkt 2 und 3 (NM2 und NM3) mit der roten Fassade in Brugg anstehen: Neben der bereits geplanten und bewilligten Revitalisierung des Sockelgeschosses NM3 entstehen im Hochbau unter anderem 23 neue Wohnungen.

Die Bauarbeiten beginnen im Herbst 2020 und dauern bis Frühling 2022, schreiben die Verantwortlichen in einer Mitteilung. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 28,6 Millionen Franken und werden von den Eigentümern Assetimmo Immobilien-Anlagestiftung sowie der Privera, welche die Miteigentümerschaft Neumarkt Brugg vertritt, getragen. Heute befinden sich in diesem Gebäudekomplex aus den 1980er-Jahren unter anderem der H & M, Büroräumlichkeiten sowie drei Wohnungen im Hochbau.

Neumarkt und Stadt prüfen Bistro

Das bereits 2012 sanierte Sockelgeschoss im NM2, in welchem sich Coop und andere Geschäfte befinden, ist von den neu geplanten Umbauarbeiten nicht betroffen. «Zurzeit prüft der Eigentümer NM3 zusammen mit der Stadt Brugg ein neues Bistrokonzept, um eine attraktive Lösung für den Neumarktplatz zu finden», heisst es weiter. Im vergangenen Jahr wurde die Sanierung des Sockelgeschosses NM3 und die Verbindung des NM2 und NM3 über eine Passerelle genehmigt. Damit entsteht im ersten Obergeschoss eine zusammenhängende Shoppingmall, die ein besseres Einkaufserlebnis ermöglicht.

In den bestehenden fünf- beziehungsweise siebengeschossigen Hochbauten möchte die Bauherrschaft drei Wohnungen mit 1½ Zimmern, zwölf mit 2½ Zimmern und acht mit 3½ Zimmern sowie Büroräumlichkeiten erstellen. «Eine hochwertige Materialisierung und die raumhohe Verglasung trägt zur hohen Wohnqualität bei», steht in der Mitteilung. Zu den Wohnungsmieten sagt Marcel Aebi, Teamleiter Bewirtschaftung Geschäftshäuser bei der Privera AG, auf Nachfrage: «Es werden marktgerechte Mietzinse angesetzt. Die konkreten Mietpreise werden dann bei Vermietungsstart in Inseraten publiziert.» Die neuen Büroräumlichkeiten im zweiten und dritten Obergeschoss erhalten einen flexiblen Grundriss, der mit verschieden grossen Flächen den veränderten Arbeitsbedingungen gerecht wird. Ist auch ein Co-Working-Space vorgesehen? «Zurzeit liegt uns kein solches Angebot vor», fährt Marcel Aebi fort. Aber Interessenten, die künftig ein Co-Working-Space-Business anbieten möchten, seien gerne willkommen, ein Konzept einzureichen.

Dachterrasse als Begegnungszone

Die bestehende Dachterrasse auf dem Sockelgeschoss wird zu einer Begegnungszone für Bewohner und Büroangestellte des Hochbaus umgestaltet. Die heutige Nutzung des Hochbaus mit mehrheitlichen Büroräumen werde nach der Sanierung also deutlich mehr Wohnraum umfassen und so zu einer Belebung des Neumarkts beitragen, sind die Beteiligten überzeugt.

Als Zielgruppe für die künftige Nutzung nennt Aebi Mieter, welche die Nähe zum Bahnhof und öffentlichen Verkehr bevorzugen und es schätzen, in unmittelbarer Nähe alles für den täglichen Bedarf einkaufen zu können. Alle jetzigen Mieter ab dem zweiten Obergeschoss müssen für das Bauvorhaben die Räumlichkeiten ab Herbst 2020 verlassen. Mit der Umnutzung werden keine zusätzlichen Parkplätze notwendig. Der Bedarf kann mit der vorhandenen Tiefgarage abgedeckt werden.

Die beiden Bauherren, Assetimmo und Privera, haben das Brugger Büro Walker Architekten AG mit dieser Totalsanierung beauftragt. Dieses habe bereits 2012 die Sanierung des Sockelgeschosses des NM2 erfolgreich realisiert.