Hausen

Im neuen Theaterstück fürchten Ex-Frau und Schwester um Millionen-Erbe

Von links: Adelheid (Inge Rohr) und Julia (Jennifer Hirt) nehmen den Rechtsanwalt Balthasar Blüemli (Hans Duss) in die Mangel.

Von links: Adelheid (Inge Rohr) und Julia (Jennifer Hirt) nehmen den Rechtsanwalt Balthasar Blüemli (Hans Duss) in die Mangel.

Mit dem Stück «Fahr zur Höll, Schoggimuus!» präsentieren die Theaterleute erstmals eine Kriminalkomödie.

Dienstagabend, 20.30 Uhr, drei Tage bevor es für die neun Schauspielerinnen und Schauspieler in der Turnhalle in Hausen ernst gilt: Regisseur Peter Weigl geht mit den Technikern die einzelnen Szenen durch, bespricht mit ihnen, auf welche Stichworte im Stück sie reagieren und die passenden Scheinwerfer einschalten sollen. Die Akteure stehen auf der Bühne und werden von ihm aufgefordert, die chaotische Schlussszene zu demonstrieren. «Vorhang zu! Achtung, Laura und Carlos stehen zu weit vorne.»

Seit dem Herbst wird das Stück «Fahr zur Höll, Schoggimuus!» einstudiert. Zunächst probten die teils erfahrenen Darsteller in der reformierten Kirche, seit Ende Dezember steht das Bühnenbild auf der Turnhallenbühne, das die herrschaftliche Villa von Eugen Hammerschmidt (Andreas Schmid) zeigt.

Spannend bis zum Schluss

Dieser kehrt nach den Ferien auf den Bahamas mit seiner jungen Angetrauten und gleichzeitig dritten Ehefrau Lara (Karin Wilhelm) in die Villa zurück. Privatsekretär Carlos Mendoza (Roland Huber) zeigt sich erstaunt, Julia (Jennifer Hirt), Ex-Frau Nummer zwei, und Eugens Schwester Adelheid (Inge Rohr) sind entsetzt. Die beiden fürchten um das 50-Millionen-Franken Erbe. Herrlich, wie die verzweifelte Adelheid Julia an den Schultern packt: «Ein bisschen mehr Contenance», ermahnt Julia sie, wirft den Kopf in den Nacken und stolziert davon.

Gemeinsam hecken sie nun Pläne aus, um die Nebenbuhlerin loszuwerden. Nur die loyale Köchin Mary (Brigitta Dätwiler) freut sich über das Glück ihres Chefs. Butler James (Franz Gretener) taucht immer dort auf, wo man ihn nicht vermutet. «James ist eine undurchsichtige Person, er weiss mehr als die anderen», erklärt Franz Gretener seine Figur. «Für mich ist es auch eine Herausforderung, mit der Augenklappe zu spielen.»

Die Komödie hat Tempo, bleibt spannend bis zum Schluss. Keifereien, Monologe, aber auch Getuschel wechseln sich ab. Amüsant, wie sich Anwalt Balthasar Blüemli (Hans Duss) und Dienstmädchen Iris (Manuela Obrist) näher kommen.

Zum dritten Mal spielen die Hausener unter der Regie von Peter Weigl: «Wir haben uns mittlerweile aneinander gewöhnt.» Die Theaterleute haben sich bewusst für eine Kriminalkomödie und gegen einen Bauernschwank entschieden: «Sie können verschiedene Genres spielen. Für mich bestand die Herausforderung darin, mit ihnen die eigene Figur aufzubauen», sagt Peter Weigl.

Mittlerweile ist es 22.45 Uhr, das Stück zu Ende: «Super, ihr habt die Spannung bis zuletzt gehalten», lobt der Regisseur. Ein «Aber» folgt trotzdem: «Ihr habt noch Reserven. Und eines ist wichtig: Ihr müsst lauter sprechen.»

Aufführungen am Freitag, 27. Januar, 20.15 Uhr, Samstag, 28. Januar, 13.30 und 20.15 Uhr in der Turnhalle Hausen. Reservationen unter www.stvhausen.ch

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