Villigen

Im Kampf gegen den Krebs: PSI erhöht mit neuem Bestrahlungsgerät Kapazitäten

Prof. Damien Weber, Leiter des Zentrums für Protonentherapie am Paul Scherrer Institut, bereitet eine Patientin für die Behandlung an der Gantry 3 vor. (Foto: Scanderbeg Sauer Photography)

Protonentherapie am Paul Scherrer Institut, Gantry 3

Prof. Damien Weber, Leiter des Zentrums für Protonentherapie am Paul Scherrer Institut, bereitet eine Patientin für die Behandlung an der Gantry 3 vor. (Foto: Scanderbeg Sauer Photography)

Besonders präzis und dadurch besonders schonend können am Paul Scherrer Institut (PSI) bestimmte Tumore mit Protonen bestrahlt werden. Nun erhöht das PSI seine Kapazitäten mit einem weiteren Behandlungsplatz.

Das moderne 270 Tonnen schwere Gerät namens Gantry 3 wurde am Montag in Villigen feierlich eingeweiht, wie das PSI mitteilte. Gantry 3 ist das grösste Gerät, das je am Zentrum für Protonentherapie (ZPT) am PSI installiert wurde. Von seinem Einsatz versprechen sich die Mitarbeitenden vor allem kürzere Wartezeiten für die krebskranken Patienten.

Mit Gantry 3 steigt die Kapazität und somit können mehr Patientinnen und Patienten als bis anhin von der Protonentherapie profitieren. Das wird insbesondere Kindern zugutekommen, für die eine herkömmliche Krebsbestrahlung zu risikoreich wäre.

"Mit der Protonentherapie bestrahlen wir genauer und schonen das gesunde Gewebe in der Umgebung des Tumors besser", wird Damien Weber, der Chefarzt des ZPT, in der Mitteilung zitiert.

Neue Anlage für die Krebsbehandlung am PSI

Einblick in die beeindruckende Maschine.

Tumore an schwer zugänglichen Stellen

Mit der Entwicklung einer neuen Bestrahlungstechnik - dem sogenannten Spot scanning - haben die PSI-Forschenden die Protonentherapie schon vor Jahren revolutioniert. Mit dieser Technik kann man sogar Tumore an schwer zugänglichen Stellen des Körpers oder in der Nähe von strahlenempfindlichen Organen behandeln.

Dazu gehören beispielsweise bestimmte Hirntumore wie Meningeome, Geschwülste in der Nähe des Rückenmarks oder einige Arten von Bindegewebs- und Knochentumoren.

Seit 1996 der erste Behandlungsplatz Gantry 1 in Betrieb ging, wurden bereits über 1200 Krebspatienten auf diese Art behandelt. Die neue Gantry wird in Zusammenarbeit mit der Klinik für Radio-Onkologie des Universitätsspitals Zürich betrieben. Voraussichtlich im Juni wird der erste Patient an der Gantry 3 bestrahlt.

Der neue Bestrahlungsplatz wurde in einer Forschungskollaboration mit der Firma Varian Medical Systems gebaut und mit Geldern aus dem Lotteriefonds des Kantons Zürich sowie PSI-eigenen Geldern finanziert. Das Gesamtbudget betrug 25 Millionen Schweizer Franken.

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