Lupfig
Im Januar gehts mit dem Umbau des Lupfiger Altersheims endlich los

Im Januar 2013 wird mit dem jahrelang diskutierten Umbau des Altersheims Eigenamt in Lupfig begonnen. Die Arbeiten müssen zügig über die Bühne gehen, denn die Eröffnung ist im Sommer 2013 vorgesehen. Prunkstück des Ganzen ist der Garten für alle.

Elisabeth Feller
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Das Altersheim Eigenamt in Lupfig mit seinem charakteristischen Turm.

Das Altersheim Eigenamt in Lupfig mit seinem charakteristischen Turm.

Archiv/Walter Schwager

Seit drei Wochen liegt die Baubewilligung vor – im Januar 2013 geht es los mit dem lang ersehnten Umbau des Altersheims Eigenamt (siehe separater Text). Für die Bewohner, den Pflegedienst und das Personal wird in den nächsten Monaten ein hohes Mass an Flexibilität und Durchstehvermögen verlangt. Die lärmintensivsten Arbeiten finden vom 14. bis 25. Januar statt.

Knacknuss Bodenwahl

Die richtige Wahl eines Bodenbelags ist vor allem für Demenzkranke wichtig. Kein Wunder war dies für den Architekten Fritz W. Gläser eine Knacknuss.

Der Bodenbelag darf auch im Altersheim Eigenamt in Lupfigweder glänzen noch glatt sein. Architekt Fritz W. Gläser ist nach intensiver Suche bei der in Dessau (D) ansässigen Firma Debolon fündig geworden. «Silence» heisst jener matte Belag, den sich Bewohner und Personal gewünscht haben. Es handelt sich um einen Vinylboden. Gläser freut sich nicht nur darüber, sondern auch über die besonderen Umstände seiner Suche. Als Debolon 1929 in Dessau unter dem Namen Gummi Eichler gegründet wurde, war das Bauhaus in Dessau längst weltbekannt. Dort lehrten oder lernten viele Architektur- und Designstars der klassischen Moderne. (EF.)

«Das heisst, dass wir die Heimbewohner während dieser Zeit an externen Orten unterbringen müssen», sagt Heimleiter Martin Hüppi. In Gontenschwil («Wannental») werden 26 Bewohner (Demenzkranke und Geriatrie) untergebracht; im Windischer Sanavita «Lindenpark» ziehen 16 bis 17 Bewohner in jene leer stehenden Wohnungen ein, die im Frühling 2013 abgebrochen werden; weitere Bewohner werden im Regionalen Pflegezentrum Baden (RPB), im Wettinger «Sonnenblick» sowie bei Verwandten ein temporäres Zuhause finden.

Sponsoren für den Garten gesucht

Der Ennetbadener Architekt Fritz W. Gläser tröstet: «Sind die Bewohner abwesend, kann das Bauteam von 6 bis 22 Uhr ungestört arbeiten. Sind dann alle wieder zurück, ist das Gröbste vorbei.» Gläser weiss aus langer Berufserfahrung, wie wichtig eine offene Kommunikation ist. Deswegen wird am 3. Januar um 15 Uhr das erste «Baustellen-Café» gestartet, das jeden Donnerstag ein weiterer folgen wird. Dann wird der Architekt, dem zugleich die Bauführung obliegt, die Bewohner stets über alle weiteren Bauschritte informieren.

Der Garten - der grosse Wurf

Seit 2010 war die Erweiterung der Demenzabteilung ein heiss diskutiertes Thema an den Generalversammlungen des Altersheimvereins Eigenamt. An der GV im Juni 2012 fand dann

das 2,03 Millionen Franken teure Umbauprojekt des Ennetbadener Innenarchitekten Fritz W. Gläser (Atelier 28) einhellige Zustimmung. Dieses sieht etwa Anpassungen an dem für das Altersheim so typischen Turm vor. Auf der 2. Etage wird es einen Andachts- und auf der 3. einen Personalraum geben. Zudem werden Südbalkone mit einer Fläche von 50 Quadratmetern geschaffen, die dank einer Verglasung einem grossen Wohnzimmer ähneln. Als Wurf gelten der neue Wintergarten sowie der ihm vorgelagerte, durch kleine Wege aufgelockerte Garten. Dieser ist eingezäunt und deshalb auch für Demente allein begehbar. Bis jetzt waren demente Menschen im Altersheim Eigenamt auf der ersten Etage unter sich, nun eröffnen sich im Parterre für sie ganz neue Möglichkeiten. (EF.)

Mit Sicherheit wird auch der neue Garten ein Thema sein. Aus dem anfänglichen «Geschützten Garten» soll nun ein 500 Quadratmeter grosser «Garten für alle» oder laut Gläser ein «Stimmungsaufheller» werden. Vordringlich sind nach wie vor die Endloswege mit Handläufen, die in Elypsen und Kreisen durch den Garten führen. Dazu kommen weitere wünschenswerte Elemente wie etwa eine streifenförmige, diagonal zum hindurchführenden Weg angelegte Pflanzung aus Stauden und Blütensträuchern; Klangkörper, Windspiel, Brunnen, Wasserteich und Schaukel.

Finanziert werden soll das Wünschenswerte durch Sponsoren: Private oder Firmen, die Geld locker machen etwa für den Klangkörper oder den Kräuter- und Teegarten. «Das Schöne ist, dass nicht alles bei der Eröffnung im Sommer 2013 vorhanden sein muss», sagt Gläser und doppelt nach: «Wir können den Garten langsam wachsen lassen.» Erfreulich für alle, die am Bau beteiligt sind, ist die Tatsache, «dass wir im Budget liegen mit allen Aufträgen, die wir vergeben haben.» Kurz vor Weihnachten dürfen Wünsche geäussert werden.

Fritz W. Gläser träumt vom Vordach im hinteren Teil des Altersheims. Dieses möchte er gerne in einen Balkon mit einem Rost und einer schönen Marquise verwandeln – falls es das Budget erlaubt.