Brugg

Im Haus Eigenamt gibt es neu auch Altersberatung

«Viele Leute sind überfordert und denken gar nicht an all die Angebote, die es gibt. Ich mache sie darauf aufmerksam.» Dorothée Birchmeier (rechts), Leiterin Koordinationsstelle Alter Brugg

«Viele Leute sind überfordert und denken gar nicht an all die Angebote, die es gibt. Ich mache sie darauf aufmerksam.» Dorothée Birchmeier (rechts), Leiterin Koordinationsstelle Alter Brugg

Die Koordinationsstelle Alter hilft bei Altersfragen weiter. Sei es bei der Suche nach einem Pflegeplatz oder der Gründung einer Seniorenband. Neu wird die Auskunftsstelle auch im Haus Eigenamt in Lupfig präsent sein.

Vor kurzem bezog die Koordinationsstelle Alter im Neumarkt I in Brugg ihre neuen Räumlichkeiten. Die Auskunfts- und Anlaufstelle für alle Altersfragen ist für die Gemeinden Brugg, Windisch und Umgebung inklusive das gesamte Eigenamt zuständig. Dass der Weg vom Eigenamt nach Brugg für ältere Menschen nicht ideal ist, liegt auf der Hand. Im 2015 überarbeiteten regionalen Altersleitbild hielt man deshalb den Massnahmepunkt fest, dass Präsenzzeiten der Koordinationsstelle Alter im Eigenamt eingeführt werden sollen. Als geeigneter Standort legte man das Haus Eigenamt in Lupfig fest. «So merken die Leute auch gleich, dass ein Pflegeheim nichts Schlimmes ist, und ausserdem ist das Haus zentral gelegen», begründet Irene Ulmann, Gemeinderätin von Lupfig diesen Entscheid.

Ab dem 5. Mai wird Dorothée Birchmeier, Leiterin der Koordinationsstelle, probehalber jeweils am Freitag von 10 bis 12 Uhr im Haus Eigenamt zur Beantwortung von Altersfragen zur Verfügung stehen. Es müsse nicht immer gleich um Probleme gehen, sagt Birchmeier: «Die Leute können auch gerne einfach so vorbei schauen oder mal das fragen, was sie schon lange fragen wollten.»

Niederschwellige Angebote

Zwei Mal jährlich gibt es eine Infositzung zwischen der Koordinationsstelle und andern Institutionen und Organisationen, die sich mit dem Thema Alter beschäftigen. Durch diesen regen Austausch ist es Birchmeier und ihrer Arbeitskollegin Barbara Casanova fast immer möglich, den Leuten bei Altersfragen weiterzuhelfen. Birchmeier erklärt: «Viele ältere Menschen oder Angehörige sind überfordert und denken gar nicht an all die Angebote, die es gibt. Ich mache die Leute darauf aufmerksam.»

Sie hilft zum Beispiel weiter, wenn jemand nach einem Spitalaufenthalt gepflegt werden muss. Wenn ältere Leute ihre Selbstständigkeit verlieren, kann sie auf den Mahlzeitendienst, den Fahrdienst oder auf andere Dienste verweisen. Sie betont, dass die Angebote niederschwellig seien, vieles kann man zuerst ausprobieren und sich erst dann dafür oder dagegen entscheiden. Das gilt auch bei der Bezugsmöglichkeit von Hilfsmitteln, wie Rollstühlen oder Rollatoren. Weiter hilft sie Angehörigen auf der Suche nach Pflegeplätzen oder Ferienbetreuungsmöglichkeiten.

Zu viele Freiwillige, wenig Nutzer

Auch bei der Freizeitgestaltung können Senioren bei der Koordinationsstelle um Rat fragen. Erst kürzlich kam beispielsweise ein Senior vorbei, der gerne wieder Musik machen würde und erkundigte sich nach Angeboten. Weil es nichts Passendes gab, startete der Senior selber eine Werbeaktion und sucht aktuell nach Mitgliedern für ein Musikensemble oder eine Band, Dorothée Birchmeier unterstützt ihn dabei. Ein anderes Projekt startet Ende April. Am 26. gibt es von 14 bis 16 Uhr erstmals einen generationenübergreifenden Regenbogenkaffee geben, der im Pflegezentrum Süssbach stattfindet und vom gemeinnützigen Frauenverein Brugg mitorganisiert wird.

Birchmeier freut sich, wenn die Angebote von den Senioren genutzt werden und sie betont, man solle sich melden. Im Fahrdienst beispielsweise habe es zurzeit zu viele Freiwillige und nur wenige Nutzer.

Autor

Désirée

Meistgesehen

Artboard 1