Entspannung

Im Frühling darf die Seele baumeln – zum Beispiel in der Region Brugg

Bei schönem Wetter sind die Landschaften unwiderstehlich. Etwa die Aussicht im Weiler Vier Linden oder eine Wiese voller Butterblumen in Windisch.

«Vom Eise befreit sind Strom und Bäche»: Aber ja, dieser Satz war in der Schule kinderleicht zu merken. Da gab es ganz andere, happigere Passagen in Goethes «Faust I», aber dieser war einfach und gut; passend zum Frühling. Bleiben wir noch ein bisschen bei Goethes «Osterspaziergang», denn nun geht es so weiter: «Durch des Frühlings holden, belebenden Blick; im Tale grünet Hoffnungsglück.»

Wie, wenn wir diese Worte beim Wort nähmen und uns in der Region Brugg umschauten, wohin «des Frühlings belebender Blick» fällt? Wir sind uns rasch einig, dass wir als Ausgangspunkt unserer Suche nach dem regionalen Frühling die Linner Linde wählen - diesen Baum, der überregionale Berühmtheit geniesst und der weit mehr ist als ein Baum: ein Symbol für Stärke, Widerstandskraft und Schönheit. Das nachösterliche Wetter spielt wunschgerecht mit.

Als wir uns dem Baum nähern, scheinen am blauen Himmel mächtige Wolken im Intercity-Tempo vorüberzuziehen. Der Bözberg und damit die Aussicht beim Weiler Vier Linden hält uns anschliessend in Bann. Doch dann winkt das Flachland. Also gehts in die Tiefe - vorbei an Gärten, wo kleine Männer mit roten Zipfelmützen eine Zufriedenheit ausstrahlen, die ansteckend wirkt. Es ist, als ob die Gartenzwerge eigens herausgeputzt worden wären, um die Menschen zum Lächeln zu bringen.

In Windisch bewundern wir nicht das Amphitheater, sondern eine Wiese mit sonnigen Butterblumen. In Birr fällt uns auf, wie grün die Eigenämter Gemeinde ist. Deshalb haben wir diesmal keine Augen für die internationalen Firmen mit ihren auffälligen Logos, sondern nur für «des Frühlings belebenden Blick»: Dieser ruht in der Pestalozzigemeinde vergnügt auf einem Spaziergänger und seinen verspielten Hunden.

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