Gerade erst hingen noch gemalte Kunstwerke in den Räumen des Kupperhauses, bald werden es Fotografien sein. Der Brugger Fotograf Peter Munz wird ab dem 6. September während zehn Tagen ausgewählte Fotografien ausstellen. «Ich möchte der Stadt danken, dass so eine Zwischennutzung möglich ist», sagt Peter Munz. So komme Leben in die Stadt.

Munz verfolgte die vorangehenden Ausstellungen mit Interesse. Er kam zum Schluss, dass nach der Malerei nun die Fotografie als Medium gezeigt werden soll. In der Ausstellung, die am Donnerstag, 6. September, mit der Vernissage eröffnet wird, werden ausgewählte Werke aus seiner langen Tätigkeit als Fotograf präsentiert. Laut Munz wird es aber keine klassische Ausstellung «mit Scheinwerfern», sondern es soll ein offenes Atelier sein. Die Besucher sollen Einblicke in sein kreatives Schaffen erhalten. Munz will den Menschen mit seinen Werken eine Diskussionsgrundlage liefern, er will sie dazu anregen, über das Medium Bild beziehungsweise Fotografie nachzudenken. So erhofft er sich Lust und Interesse an einem gegenseitigen Austausch.

Seit fast 70 Jahren begeistert

Peter Munz ist seit seiner Kindheit von der Fotografie fasziniert. Er nennt sie seine Passion. Als 12-Jähriger bastelte er in seinem Kinderzimmer einen Vergrösserungsapparat, seitdem sind Kameras seine ständigen Begleiter. Den 77-Jährigen fasziniert vor allem das Licht. «Fotografien werden einzig durch Licht erzeugt», liest man auf seiner Website. Auch als Physiker beschäftigte er sich viel mit Licht, so forschte er an der Universität Konstanz während der Pionierzeit in Photovoltaik.

In seiner Ausstellung wird Munz Fotografien aus verschiedenen Projekten zeigen, vor allem aus den Bereichen Natur, Kultur und Gesellschaft. Natürlich wird er auch Fotos der Brugger Altstadt ausstellen. Zur Zeit ist ein Fotobuch mit Aufnahmen der Brugger Altstadt in Druck, das aufgelegt wird. Zudem will er gewisse Fotos während der Ausstellung austauschen. Die Fotografien werden aber grundsätzlich unverkäuflich sein. Sollte sich jemand in ein Foto verlieben, so könne man über einen Verkauf reden, so Munz. «Die Veranstaltung ist aber nicht kommerziell.» Peter Munz wird nicht nur seine Fotografien ausstellen, er wird auch zwei Anlässe innerhalb der Ausstellung durchführen. Beim ersten Anlass am 13. September wird sich Munz der analogen Fotografie widmen. Er wird auch alte Kameras ausstellen. Der zweite Anlass am 16. September soll eine Diskussionsrunde zum Thema Menschenbilder, die ihm besonders am Herzen liegen, werden. Peter Munz bittet für diese Anlässe um eine Anmeldung unter «info@portrait-foto.ch».

Am 16. September wird die Finissage von Peter Munz’ Ausstellung sein. Lange wird das Kupperhaus aber nicht leer bleiben, denn bereits am 20. September feiert die nächste Ausstellung ihre Vernissage. Auch an dieser ist Munz beteiligt, aber nicht allein. Mit vier weiteren Fotografen bildet er die Gruppe «GAF 4.08». GAF bedeutet «Gruppe autodidaktischer Fotografen».

Die Mitglieder dieser Gruppe haben sich ihre Kenntnisse völlig autonom angeeignet und arbeiten seit zehn Jahren zusammen. Die zwei Frauen und drei Männer haben unterschiedliche Hintergründe, sind Architekt, Journalistin, Bankerin und Anwalt. Was sie eint, ist die Faszination an der Fotografie und die Freude am Experimentieren. Zeigen werden sie ein breites Spektrum an Werken.