Diverse Gespräche, Besichtigungen und Abklärungen haben stattgefunden, dazu sogenannte Werkstätten und Informationsveranstaltungen: Die Diskussion um die die Zukunft des Effingerhofs in Brugg ist lanciert. Im Rahmen eines Partizipationsverfahrens wird abgeklärt, wie es mit der stattlichen, altehrwürdigen Liegenschaft an der Storchengasse weitergehen kann, welche Nutzungen möglich sind. Die Bevölkerung und auch der Stadtrat sind eingeladen worden, Ideen und Wünsche einzubringen.

Die beiden CVP-Einwohnerrätinnen Angelika Curti und Barbara Iten sind überzeugt: «Durch eine öffentliche Nutzung des Erdgeschosses des Effingerhofs könnte ein Verbindungsraum zwischen Altstadt, Schulbereich und Zentrum geschaffen werden, was wiederum zu einer Belebung der Altstadt führen kann.» Konkret befassen sie sich mit dem neuen Standort der Stadtbibliothek.

Diesen sieht der Stadtrat in der geplanten Überbauung auf dem Areal «Alte Post» zwischen Annerstrasse und Schulthess-Allee, wo sich künftig – neben Gewerbeflächen, Büros und Wohnungen – auch die zentrale Verwaltung sowie das Stadtbüro befinden sollen. In den heutigen Räumlichkeiten im Zimmermannhaus hat die Stadtbibliothek mit Platzproblemen zu kämpfen.

Es könnten Synergien entstehen

Mehrfach wurde beim Partizipationsverfahren zum Effingerhof erwähnt, dass die Räumlichkeiten im Erdgeschoss – oder auch im Sousol – für die Stadtbibliothek sehr geeignet wären, halten Angelika Curti und Barbara Iten fest. «Die Idee tauchte auf, im Erdgeschoss des Effingerhofs einen Begegnungsraum zu schaffen im Sinne eines Gemeinschaftszentrums», fahren die beiden Einwohnerrätinnen fort. «In diesem Bereich könnten sowohl die Stadtbibliothek als auch die Ludothek untergebracht werden.» Durch die unmittelbare Nachbarschaft der beiden Institutionen seien interessante Synergien möglich. «Gewisse Räumlichkeiten für Veranstaltungen wie Spielnachmittage oder Lesungen könnten gemeinsam genutzt werden.» Zu einem Treffpunkt für die ganze Bevölkerung werden könnte ein kleiner Kaffeebereich mit Platz, um Zeitungen oder Zeitschriften zu lesen, den Computer zu nutzen, in Büchern zu stöbern oder neue Spiele auszuprobieren. Kinder hätten zudem die Gelegenheit, die attraktiven Freiräume rund um die Liegenschaft zu nutzen wie den Kirchplatz oder den Spielplatz Stapfer.

In ihrer Interpellation erkundigen sich Angelika Curti und Barbara Iten danach, ob der Stadtrat gewillt ist, die Idee aktiv zu prüfen, die Stadtbibliothek in den Räumlichkeiten des Effingerhofs unterzubringen als Zwischenlösung oder als definitive Lösung. Ebenfalls möchten sie wissen, ob bereits Schätzungen vorgenommen wurden bezüglich anfallender Kosten – auch für die Miete – der Bibliothek an beiden Standorten: im Effingerhof und in dem noch zu erstellenden Neubau an der Schulthess-Allee. Und: «Wie beurteilt der Stadtrat das Potenzial einer unmittelbaren Nachbarschaft der Bibliothek und der Ludothek im Effingerhof? Könnten durch die Nutzung von Synergien Kosten gespart werden?», lauten die weiteren Fragen.

Gebäude steht teilweise leer

Rückblick: Im letzten April nahm die Effingermedien AG ihren Druckerei-Standort in Kleindöttingen in Betrieb. Das Effingerhof-Stammhaus in Brugg steht seither teilweise leer. Neue Besitzer des markanten Gebäudes sind Amos und Verena Kornfeld von der Cadima Real Estate AG aus Villnachern.

Zusammen mit Projektleiter Walter Tschudin vom ortsansässigen Architekturbüro Tschudin + Urech AG haben sie sich für das – unkonventionelle – Partizipationsverfahren entschieden.