Brugg-Windisch
Im Campus Brugg-Windisch verzaubert der junge Piano-Dan 750 Zuhörer

Wie wird der Campussaal Brugg-Windisch bekannt? Indem der Förderverein zum Gratiskonzert einlädt und auf positive Folgen hofft. Bruggs Stadtammann Daniel Moser spielt darauf an, als er die Gäste so begrüsst: «Ich hoffe, Sie erzählen von diesem Saal.»

Elisabeth Feller
Merken
Drucken
Teilen
Piano-Dan und seine Mitstreiter spielen vor vollem Haus: Der Campussaal ist prächtig illuminiert.

Piano-Dan und seine Mitstreiter spielen vor vollem Haus: Der Campussaal ist prächtig illuminiert.

Mathias Marx

Darauf dürfen Wetten abgeschlossen werden: Wenn immer mehr Menschen vom Campusaal sprechen oder schwelgen, ist einem um dessen Zukunft nicht bange. Anders als bei der offiziellen Campussaal-Eröffnung im Oktober, steht beim Adventskonzert unterm Titel «Campus-Zauber» kein Vollprofi wie Sina auf der Bühne, sondern Piano-Dan alias Daniel Kellenberger – ein 20-Jähriger, Kantischüler in Wohlen, musikalisch hochbegabt und mit einnehmender Selbstironie gesegnet.

Alle Stile haben Platz

Das graue Nadelstreifenjackett ist etwas zu gross für den jungen Mann mit Brille und den hellen Mèches im Haar – die einzige Glamour-Konzession.

Ob er Musiker werden wolle, fragt ihn Vereinspräsident Anton Lauber. «Nein. Ich will Jura studieren. Dazu brauchts doch ein vernünftiges Hobby.» Ringsum wird gelächelt: Der Musiker kommt gut an – gerade wegen seiner unaufdringlichen Art,die Aperçus wie einen trockenen Sherry serviert.

Randnotizen

Der Brugger Stadtammann Daniel Moser begrüsst die weit über 700 Konzertbesucher poetisch. «Ich bin bezaubert von diesem weitherum schönsten Saal», sagt er und strahlt ins Publikum: «Ich hoffe, Sie sind es ebenfalls.» Der Schönste! Das müsste in der nicht weit von Brugg entfernten «lebensfrohen» Stadt B. ein Spürchen von Neid erwecken.

Natürlich folgen auf die offiziellen Worte noch andere. Etwa von Piano-Dan: «Auch ich möchte Sie begrüssen; nach den Bruggern - ihren Chefen.» Wie viele waren denn überhaupt da? Neben Daniel Moser und Noch-Vizeammann Martin Wehrli, die höchste Bruggerin, Noch-Einwohnerratspräsidentin Silvia Kistler; die künftigen Frauen Gemeindeammann Heidi Ammon und Vizeammann Rosi Magon aus Windisch und so weiter. Lassen wir die Aufzählung; bleiben wir doch einfach dabei: Jeder ist sich selbst ein Chef oder eine Chefin.

Ist Crispino Bergamaschi das modische Vorbild von Piano-Dan? Wie der Direktionspräsident der Fachhochschule Nordwestschweiz an der Campussaal-Eröffnung im Oktober, trägt auch Piano-Dan eine gelbe Fliege. Diese ist zitroniger als jene von Bergamaschi - vor allem aber leuchtender, da mit Brillanten besetzt. Oder nur mit Strass? Egal, Hauptsache, die Fliege blinkt.

Was wäre die Welt ohne Langstreckenflüge? Ärmer. Zumindest in Piano-Dans Fall. Er lernt auf dem Flug von New York nach Zürich die Sopranistin Danielle Zuber kennen - beide entdecken Gemeinsamkeiten und schon sagt die Sängerin zu fürs Konzert im Campussaal. (EF.)

Piano-Dan ist ein von der Musik «Angefressener», der sich um das, «was man tut», keinen Deut schert. Bei ihm und dem Orchester mit Petra Hirzel, Katharina Kefer, Zorana Memedovic, Jochen Kefer, Armin Scherhaufer, Martin Bürger und Thilo Rebmann haben alle Stile Platz: Claydermans «Ballade pour Adeline» ebenso wie Wonders «I just call to say I love you» oder Tschaikowskys «Barkarole». Diese habe er arrangiert für Klavier und Streichquartett. «Wenn es gut tönt, wird es Tschaikowsky nicht stören», sagt der junge Mann mit einem Lächeln, das seine Lippen kräuselt.

Piano-Dan am Flügel und dazu eine Lichtshow
4 Bilder
Ein voller Campussaal Brugg-Windisch
Das Foyer des Campussaals schillerte in allen Farben
Im Campussaal wurde während dem Konzert das ganze Farb-Register gezogen

Piano-Dan am Flügel und dazu eine Lichtshow

EF

Wohin entführt er das Publikum? «Sous le ciel de Paris», da er Frankreich liebt, aber auch auf ein Schiff, das in eisigen Fluten sinkt – arme Titanic! Piano-Dan schmeichelt den Tasten, entlockt ihnen Herz und Schmerz, was sich auf der grossen Leinwand in famosen Farbspielen niederschlägt. Effektvoll die Auftritte der Sopranistin Danielle Zuber und der singenden Geschwister Michelle und Christine. Mit einem Wort: Vielseitigkeit ist an diesem Abend Trumpf – was zum «weitherum schönsten Saal» natürlich passt.