Darauf dürfen Wetten abgeschlossen werden: Wenn immer mehr Menschen vom Campusaal sprechen oder schwelgen, ist einem um dessen Zukunft nicht bange. Anders als bei der offiziellen Campussaal-Eröffnung im Oktober, steht beim Adventskonzert unterm Titel «Campus-Zauber» kein Vollprofi wie Sina auf der Bühne, sondern Piano-Dan alias Daniel Kellenberger – ein 20-Jähriger, Kantischüler in Wohlen, musikalisch hochbegabt und mit einnehmender Selbstironie gesegnet.

Alle Stile haben Platz

Das graue Nadelstreifenjackett ist etwas zu gross für den jungen Mann mit Brille und den hellen Mèches im Haar – die einzige Glamour-Konzession.

Ob er Musiker werden wolle, fragt ihn Vereinspräsident Anton Lauber. «Nein. Ich will Jura studieren. Dazu brauchts doch ein vernünftiges Hobby.» Ringsum wird gelächelt: Der Musiker kommt gut an – gerade wegen seiner unaufdringlichen Art,die Aperçus wie einen trockenen Sherry serviert.

Piano-Dan ist ein von der Musik «Angefressener», der sich um das, «was man tut», keinen Deut schert. Bei ihm und dem Orchester mit Petra Hirzel, Katharina Kefer, Zorana Memedovic, Jochen Kefer, Armin Scherhaufer, Martin Bürger und Thilo Rebmann haben alle Stile Platz: Claydermans «Ballade pour Adeline» ebenso wie Wonders «I just call to say I love you» oder Tschaikowskys «Barkarole». Diese habe er arrangiert für Klavier und Streichquartett. «Wenn es gut tönt, wird es Tschaikowsky nicht stören», sagt der junge Mann mit einem Lächeln, das seine Lippen kräuselt.

Wohin entführt er das Publikum? «Sous le ciel de Paris», da er Frankreich liebt, aber auch auf ein Schiff, das in eisigen Fluten sinkt – arme Titanic! Piano-Dan schmeichelt den Tasten, entlockt ihnen Herz und Schmerz, was sich auf der grossen Leinwand in famosen Farbspielen niederschlägt. Effektvoll die Auftritte der Sopranistin Danielle Zuber und der singenden Geschwister Michelle und Christine. Mit einem Wort: Vielseitigkeit ist an diesem Abend Trumpf – was zum «weitherum schönsten Saal» natürlich passt.