Windisch
Im Café Mikado knallen die Korken

Seit 2011 organisiert Simon de Roche die monatlichen Feierabendkonzerte – an diesem Freitag schon zum 50. Mal.

Andreas Gregr
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Küchenchef Simon de Roche darf am Freitag erneut auf ein volles Haus hoffen.

Küchenchef Simon de Roche darf am Freitag erneut auf ein volles Haus hoffen.

Andreas Gregr

Wenn der Freitagabend wieder zum Ausgang einlädt, erleben Restaurants und Beizen ihre wöchentliche Hochkonjunktur. Beim Café Mikado in Windisch ist dies zwar nur einmal pro Monat der Fall, dafür aber umso ausgeprägter: Die Feierabendkonzerte, die jeweils am letzten Freitag des Monats stattfinden, sind stets gut besucht. Auch am nächsten Freitag, dem 50. Feierabendkonzert, wird ein volles Haus erwartet.

«Vom chliinschte Chnopf bis zum ältischte Grosi», wie es Küchenchef Simon de Roche ausdrückt, ist bei den Konzerten im Café Mikado für jeden etwas dabei. Von Zigeunermusik über Folk bis hin zu Jazz ist jeweils absolut alles möglich. So sind die Feierabendkonzerte auch nicht zwangsläufig an musikalische Acts gebunden: «Wir hatten auch schon Kartenkünstler oder Geschichtenerzähler», so de Roche. Das Buffet an diesen Tagen ist als kulinarischer Bonus jeweils themenspezifisch ausgelegt: «Als zum Beispiel eine Irish-Folk-Band bei uns aufgetreten ist, haben wir Lamm serviert und Guinness ausgeschenkt», erklärt der Koch.

So gut die Rückmeldungen auch sein mögen, der Start der Feierabendkonzerte vor rund vier Jahren gestaltete sich durchaus harzig: Viele aus der Umgebung haben anfangs nicht gewusst, dass das Café überhaupt existiert. Mittlerweile müsse man aber schauen, dass auch jeder einen Platz findet. «Wir bringen notfalls auch 100 Leute rein», verspricht aber de Roche. Dennoch sind an diesen Abenden Voranmeldungen empfohlen und erwünscht.

Die Konzerte im Mikado, das der Stiftung für Behinderte «Domino» angehört, sollen nach dem Gusto de Roches immer wieder Abwechslung bringen: «Bei den Festen von Behindertenheimen glaubt man zu wissen, was einen erwartet. Die Anlässe vom Mikado sollen sich klar von diesem Klischee abgrenzen und die Besucher jedes Mal aufs Neue überraschen.»

So konnten sich die Feierabendkonzerte nach einer rund einjährigen Anlaufzeit regional etablieren: «Einige Gäste kommen nun jedes Mal vorbei, ohne das Programm überhaupt zu kennen.» Bei solchen Besuchern könne er quasi die Tische schon im Voraus reservieren, meint de Roche schmunzelnd.

Der Koch bleibt hinter dem Herd

Obwohl der 35-Jährige schon mit diversen, oft humoristisch ausgelegten Bands aufgetreten ist und noch immer «zwei, drei Gigs pro Monat» spielt, ist er an den Feierabendkonzerten jeweils hinter dem Herd und nicht auf der Bühne zu finden. Dafür widmet sich der gelernte Koch der Organisation.

In den Shows liegt der Nutzen für das Mikado vor allem darin, dass dadurch der Bekanntheitsgrad des Cafés erheblich gesteigert wird. Generell plant man an den Feierabendkonzerten nicht renditeorientiert, weshalb auch die Entertainer nicht übermässig gut bezahlt werden können: Ein Solo-Künstler bekomme zwar keine schlechte Gage; bei einer siebenköpfigen Band ist derselbe Betrag – auf die Musiker aufgeteilt – aber «nicht mehr als ein Trinkgeld», so der Koch. «Deshalb läuft auch vieles über unser musikalisches Netzwerk.»

Diesen Freitag kommt es im Café Mikado zum Jubiläumskonzert. Ein Grund zum Anstossen: «Es wird definitiv Prosecco geben», verspricht de Roche im Voraus. In diesem Sinne: Prost.

Jubiläumskonzert Café Mikado: Freitag 18.30–19.30 Uhr, Habsburgstrasse 1a.

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