Tätowieren

Illegale Tätowiertinten: Farbkomitee soll davor schützen

Viele Tätowierer haben Probleme mit der Beschaffung von Tinten ohne falsche Inhaltsstoffe.

Viele Tätowierer haben Probleme mit der Beschaffung von Tinten ohne falsche Inhaltsstoffe.

Kantonslabors haben 2012 eine «extrem hohe» Zahl von Farbproben aus Tattoo-Studios beanstandet oder gar verboten. Tätowierer Andreas Humm aus Hausen hat damit keine Probleme mehr, im Berufstätowierer-Verband bezieht er die Farben ab Hersteller.

Die Kantonslabors Aarau und Basel-Stadt haben zwei Drittel der 60 im vergangenen Jahr beprobten Tätowier- und Permanent-Make-up-Farben beanstandet. Über die Hälfte war sogar verboten.

Tätowierer Andreas Humm aus Hausen kennt die Problematik gut. «Viele Tätowierer haben Schwierigkeiten mit der Farbbeschaffung, denn wir müssen die Farben im Ausland bestellen, wo selten dieselben Auflagen bestehen wie in der Schweiz.» So hatte er selber vor etwa fünf Jahren auch Probleme mit einer Farbe. «Es ging damals um ein Konservierungsmittel, das das Aargauer Gesundheitsamt nicht zulässt. Ein Kollege in Solothurn hatte damit aber keinerlei Probleme.»

Ihm sind aber auch Geschichten von verschimmelten chinesischen Farben, billigen Fälschungen und Ähnlichem bekannt. «In der Szene hört man viele gruslige Sachen.»

Giftige Farben bei Tätowierungen

Giftige Farben bei Tätowierungen

«Nur noch direkt ab Hersteller»

Humm hat damit aber keine Probleme mehr. Er ist Mitglied des Verbands Schweizerischer Berufstätowierer, der das Problem für sich lösen konnte: «Wir haben ein Farbkomitee gegründet. Dieses hat einen guten deutschen Hersteller gefunden, der mit den Schweizer Behörden zusammenarbeitet und die Farben nach Schweizer Norm produziert.» Dem Verband ist es wichtig, nicht mehr bei Lieferanten einzukaufen, sondern nur noch direkt beim Hersteller.

Von dieser Lösung können allerdings nur die Verbandsmitglieder profitieren. Für die restlichen Tätowierer bleibt die Situation weiterhin schwierig. Erschwert wird sie durch die «unhandliche Rechtslage», wie es die beiden Kantonslabors nennen. Im Gegensatz zu Kosmetika hätten Produzenten von Tätowierfarben keine Positivliste von Stoffen, die das Gesetz als sicher zulässt, schreibt Nachrichtenagentur sda.

Teilweise angetroffene «offensichtliche Falschdeklaration» durch den Hersteller sei dennoch «in keiner Weise zu rechtfertigen». Die Kantonslabors haben ihre Proben diesmal gezielt in neu eröffneten oder zuvor unbekannten Tätowier- und Permanent-Make-up-Studios durchgeführt.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1