Bezirksgericht Brugg

Illegal eingereiste Nigerianerin muss jetzt gemeinnützige Arbeit leisten

Gemeinnützige Arbeit wird in nicht gewinnorientierten Institutionen wie Spitälern, Altersheimen oder im öffentlichen Dienst geleistet. (Symbolbild)

Gemeinnützige Arbeit wird in nicht gewinnorientierten Institutionen wie Spitälern, Altersheimen oder im öffentlichen Dienst geleistet. (Symbolbild)

Eine Nigerianerin lebte 2011 und 2012 für neun Monate illegal in der Schweiz. Obwohl sie aufgefordert wurde, das Land zu verlassen, tat sie dies nicht. Nun stand sie vor dem Bezirksgericht Brugg.

Es ist schon einige Zeit vergangen, seit sich Amaka (Name geändert) rechtswidrig in der Schweiz aufhielt. Vom 12. Juni 2011 bis zum 21. März 2012 war dies der Fall. Diese Woche musste sich die 30-Jährige aus Nigeria deshalb vor dem Bezirksgericht Brugg verantworten. Die Strafbefehle wurden wegen eines Vaterschaftsverfahrens bis jetzt sistiert. Dass sie sich damals illegal im Land aufhielt, hat vor allem damit zu tun, dass sie den Aufenthaltsantrag zu spät einreichte. Amaka wurde darum aufgefordert, das Land zu verlassen, sie ging nicht.

Laut Verteidigerin Janine Sommer wollte sie in der Schweiz bleiben, um ihrem Sohn die bestmögliche Zukunft bieten. Als sie nicht ging, unternahm das Amt für Migration nichts dagegen. Der Grund: Amaka reichte ein Gesuch für die Aufenthaltsbewilligung ein und weil sie damals heiraten wollte, erhielt sie inzwischen eine Aufenthaltsbewilligung zwecks Ehevorbereitung. Kurze Zeit später bekam sie den Status B, womit sie seither legal in der Schweiz lebt. Damit hat sich die Situation von Amaka stabilisiert. Sie lebt mit ihrem achtjährigen Sohn in einer Wohnung, geht einer regelmässigen Arbeit nach und hat dadurch ein geregeltes Einkommen.

Amaka sah vor Gericht aber ein, dass sie in besagtem Zeitraum rechtswidrig in der Schweiz war. Die Verteidigerin forderte in ihrem Plädoyer gemeinnützige Arbeit und allenfalls eine Geldstrafe, bat aber darum, von einer Haftstrafe abzusehen. Dementsprechend verkündete Gerichtspräsident Thomas Müller das Urteil. Amaka wurde wegen mehrfachem rechtswidrigen Aufenthalt in der Schweiz schuldig gesprochen. Sie wurde verurteilt zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 60 Franken, sowie zu 360 Stunden gemeinnütziger Arbeit.

Der Fall hätte bereits im Dezember behandelt werden sollen. Weil dann aber vergessen wurde, einen Dolmetscher aufzubieten, musste die Verhandlung am Tag des Termins abgesagt werden. Diesmal war ein Dolmetscher anwesend, es stellte sich allerdings heraus, dass man sich diesen getrost hätte sparen können. Weil Amakas Deutschkenntnisse gut genug sind, musste er, während der ganzen Verhandlung, kein Wort übersetzen.

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