Die Advents- und Weihnachtszeit eignet sich besonders gut für die besinnliche Einkehr, für das Schauen und Lesen aber auch – sozusagen als Kontrapunkt zur digitalen Übermittlung – für den Versand oder das persönliche Überreichen von Kartengrüssen. Anregungen dazu bieten die beiden Brugger Kunstschaffenden Doris Gautschi und Kaspar Ruoff. Sie laden an zwei Wochenenden zum Besuch des offenen Ateliers in der ehemaligen Rathausapotheke an der Hauptstrasse 43 ein.

«Nichts wächst allein»

In den Ausstellungs- und Werkräumen, in denen Ruoff seit acht Jahren tätig ist, fanden sich am Samstag und Sonntag erfreulich zahlreiche Interessierte ein, um die neuen Kartenserien kennenzulernen, zu erwerben und Einblicke in das weitere Wirken der Lyrikerin und des Fotografen zu erhalten.

Von Doris Gautschi ist 2005 mit «meerstimmig» der erste Gedichtband erschienen und 2009 folgte «oscura». 2007 wurde sie vom Aargauer Kuratorium mit einem Förderbeitrag und 2013 mit einem Werkbeitrag ausgezeichnet. Ein Jahr zuvor hatte sie ihre aus ausgeschnittenen Wörtern zusammengefügten Collagen-Gedichte in der Kartenserie «Etwas blüht immer» veröffentlicht. Und ganz aktuell liegt nun die originell gestaltete Box «Nichts wächst allein» mit 25 Karten im gleichen Stil vor.

Faszination einer Sommernacht

Von Kaspar Ruoff sind zahlreiche Kunstkarten erhältlich, so zum Beispiel die Serie «Veden valossa – im Licht des Wassers», welche das wechselnde Seherlebnis im Laufe einer Sommernacht in Mittelfinnland widerspiegelt. Unter anderem aufgrund seines Studiums der Agronomie mit Schwerpunkt Imkereiwissenschaften an der Universität Helsinki ist er heute weiterhin mit dem Land der 1000 Seen verbunden und verbringt immer wieder einige Monate dort. In seiner neuen, fünf Schwarzweiss-Karten umfassenden Serie zeigt der seit 2006 freischaffende Fotograf in feinfühliger Darstellung diverse Blüten, von der Magnolie über die Kaktus-Dahlie und die Papageien-Tulpe bis hin zur Rose.

Unveröffentlichte Geschichten

Gelegenheit zum Besuch des offenen Ateliers besteht auch am Samstag und Sonntag, 20./21. Dezember, jeweils von 11 bis 18 Uhr. Nachdem Doris Gautschi bereits am vergangenen Wochenende im Rahmen von Kurzlesungen Einblicke in ihr Schaffen gegeben hat, wiederholt sie diese am kommenden Sonntag um 16 Uhr im Rahmen einer «Einzel-Performance».

Am 11. Januar 2015 um 12 Uhr wird sie zudem im Brugger Kulturhaus Dampfschiff Gedichte und Ausschnitte aus ihren noch unveröffentlichten Emma-Geschichten vortragen. In ihren Lyrik- und Prosatexten sind unter anderem Anklänge an ihre Jugendzeit und der Bezug zum Tessin, wo Doris Gautschi jeweils während eines Teils des Jahres lebt, enthalten.