Swiss Skills

«Ich wollte immer praktisch arbeiten»: Aargauer ist Schweizer Meister der Elektroniker – jetzt ruft die WM

Swiss Skills: Mario Liechti aus Windisch, Schweizermeister Elektroniker EFZ, antwortet auf die Frage, was er sich für die Weltmeisterschaft vorgenommen hat

Mario Liechti antwortet auf die Frage, was er sich für die Weltmeisterschaft vorgenommen hat.

Der Windischer Mario Liechti ist Schweizer Meister der Elektroniker EFZ. Jetzt bereitet er sich auf die Weltmeisterschaft 2022 in China vor.

Schon von Kindsbeinen an wollte Mario Liechti Elektroniker werden – jetzt ist er Schweizer Meister in seinem Fach. Mit dem Titel an den Swiss Skills Championships hat er sich sogleich für die Weltmeisterschaften in Schanghai qualifiziert. Die World Skills sind Wettbewerbe, an denen sich Teilnehmende bis 22 Jahre in nicht-akademischen Berufen messen. Mario Liechti hat den diesjährigen Schweizer Wettbewerb der Elektroniker/in EFZ gewonnen. «Elektroniker war immer die einzige Wahl», sagt Liechti.

Bereits im Primarschulalter faszinierte ihn alles Handwerkliche, die Arbeit mit Elektronik war immer das grösste Hobby. Er habe schon früh mit Experimentierkästen und Steckbrettern herumgewerkelt, erzählt er: «Ich wollte immer praktisch arbeiten.» Der Berufswunsch hat sich schliesslich mit einer Anstellung als Lernender am Paul-Scherrer-Institut (PSI) verwirklicht, hier hat der Windischer 2019 seinen Lehrabschluss gemacht.

Mario Liechti an seinem Arbeitsplatz.

Mario Liechti an seinem Arbeitsplatz.

«Später möchte ich als Ausbildner tätig sein»

Auch nach seinem Abschluss arbeitet Liechti weiter beim PSI. Die Abwechslung, die seine Arbeit neben der Elektronik mit sich bringt, gefällt ihm besonders, schildert er. «Mal bin ich in der Mechanik, dann mehr beim Programmieren tätig. Das grosse Spektrum an Möglichkeiten fasziniert mich.»

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Durch seinen grossen Erfolg an den Swiss Skills Championships steht nun, wie es scheint, eine befristete Anstellung am PSI bis nach den World Skills im Raum. Das sei eher unüblich, meint der 21-Jährige. Normalerweise werden Lernende nach dem Abschluss nicht auf Dauer behalten, um sie dazu anzuhalten, andernorts zusätzliche Erfahrungen zu sammeln.

Liechti weiss jedoch bereits, wo er in Zukunft stehen möchte. «Nach der Weltmeisterschaft möchte ich ein Elektrotechnikstudium machen und später als Ausbildner tätig sein», erklärt er. Auch heute leistet er die Hälfte seines Pensums neben der Elektronikentwicklung in der Berufsbildungsabteilung der Elektroniker/in EFZ des PSI und begleitet die Lernenden als zusätzlicher Ausbildner. Es mache ihm Spass, anderen etwas beizubringen, sagt er.

In der Freizeit verwirklicht Liechti gerne eigene Projekte. Vor allem die Elektronik ist nach wie vor die liebste Freizeitbeschäftigung. Aber auch kochen und backen zählen zu seinen Hobbys. «Ich beschäftige mich gerne mit allem, was mit Handwerk zu tun hat. Solche Arbeiten liegen mir einfach», meint der Windischer dazu.

Eine Vorbereitungszeit von 600 Stunden für Schanghai

Für die nächste Zeit dreht sich aber erst einmal alles um die Weltmeisterschaft. Diese wurde wegen der Coronakrise um ein Jahr auf den Sommer 2022 verschoben. Durch die Verzögerung verteile sich die Vorbereitungszeit ein wenig, sagt Liechti. Als Teilnehmer muss man mit zirka 600 Stunden Aufwand rechnen, um sich angemessen vorbereiten zu können.

Zum Üben kann er auf die zu Hause im Keller eingerichtete Werkstatt zurückgreifen. Zusätzlich könne er an seinem Arbeitsplatz hier am PSI trainieren, meint Liechti weiter. «Man lässt sich wirklich auf etwas Grösseres ein, da müssen die Motivation und Leidenschaft für den Beruf schon stark sein», fasst er zusammen. «Meine Motivation nehme ich daher, mich mit anderen messen zu können. Ich will schauen, wo ich stehe. Und zudem macht es sich auch im Lebenslauf gut», meint er schmunzelnd.

In Schanghai erhält der Schweizer Meister der Elektroniker nun die Gelegenheit, sich mit den Besten seines Berufs zu messen. Alle zwei Jahre nehmen junge Elektroniker aus etwa 15 Ländern teil. Die Wettkämpfe erstrecken sich über mehrere Tage. Ein bestimmtes Ziel für die Weltmeisterschaft habe er nicht, aber er wolle das bestmögliche im Wettkampf leisten. «Für mich habe ich schon sehr viel an den Swiss Skills erreicht. Aber natürlich will ich möglichst gut sein, ich werde alles geben, was ich kann.»

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