Peter Knecht hat einen engen Bezug zu Brugg, ist bekannt als Unternehmer. Als Politiker allerdings stand er noch nicht im Rampenlicht. Das wird sich ändern. Bei der bevorstehenden Stadtratswahl tritt er als Kandidat für die FDP an.

Brugg liege ihm am Herzen, antwortet Knecht auf die Frage nach dem Grund für seine Kandidatur. Bisher aber habe ihm neben seinem Unternehmen und seiner Familie die Zeit gefehlt, sich aktiv einzubringen. Nun sei er 51 Jahre alt, die drei Kinder seien herangewachsen und im Geschäft habe er sich so organisiert, dass er vieles delegieren könne. «Jetzt, da ich die Energie dafür aufbringen kann, würde ich mich gerne als Stadtrat engagieren und die Zukunft von Brugg mitgestalten.» Er übernehme gerne Verantwortung und möge es, im Team mit unterschiedlichen Menschen zusammenzuarbeiten, habe Lust darauf, Neues kennenzulernen, fügt er an. «Ich möchte mithelfen, dass die Stadt für die künftigen Herausforderungen gut gewappnet ist.»

Entspannt sitzt Knecht im schwarzen Pullover und im grauen Jackett in seinem Büro an diesem Morgen, steht ruhig und überlegt Red und Antwort. Seine Columbus Tours AG hat ihr Domizil gleich unter dem Dach im vierten Stock im Geschäftshaus an der Schulthess-Allee. Spezialisiert ist das Büro auf Reisen für Golfer – «ein spannendes Segment», wie Knecht sagt.

Liberale Werte sind ihm wichtig

Politik habe ihn seit je interessiert, sei schon immer ein Thema gewesen in seiner Familie, fährt er fort. «Es macht mir Spass, über verschiedene Sichtweisen zu diskutieren.» Weil er noch keine politischen Ämter besetzt habe, könne er «unvoreingenommen und unverbraucht einsteigen».

Als Unternehmer sei er sich gewohnt, Verhandlungen zu führen, die unterschiedlichen Positionen anzuhören, nennt Knecht seine Stärken. «Ich denke, ich habe auch Durchsetzungsvermögen und bin entscheidungsfreudig.» Er vertrete die liberalen, freiheitlichen Werte. Das bedeute ebenfalls, andere Meinungen zu akzeptieren und offenzubleiben. «Ich habe keine Berührungsängste.»

Angesprochen auf die Schwerpunkte, die er in der Exekutive setzen möchte, äussert er sich zurückhaltend. Als politischer Neueinsteiger verfüge er bei vielen Geschäften noch nicht über die nötigen Sachkenntnisse. Wichtig ist nach seinem Dafürhalten aber, auch einmal Nägel mit Köpfen zu machen, statt immer nur neue, teure Konzepte zu erstellen – damit es vorwärtsgeht mit der Stadt und Resultate sichtbar werden. «Ich denke da an die Gestaltung Neumarkt und Bahnhofplatz, das Verkehrskonzept, die Zentralisierung der Verwaltung oder die Stärkung der Dachorganisation Soziale Dienstleistungen», macht er ein paar konkrete Beispiele.

Das Soziale würde ihn reizen

Im Brugger Stadtrat, in dem bis zur Ersatzwahl am 4. März ein Sitz vakant bleibt, hat der bisherige FDP-Stadtrat Reto Wettstein neu das Ressort Planung und Bau übernommen, kümmert sich interimistisch zusätzlich um seine bisherigen Aufgaben Soziales, Gesundheit und Alter inklusive Kindes- und Erwachsenenschutzdienst (KESD). Sobald der fünfte Sitz im Stadtrat besetzt ist, werde er mit dem frisch gewählten Mitglied zusammensitzen und besprechen, ob dieses das Ressort Soziales, Gesundheit und Alter übernehmen werde, sagte Wettstein Mitte Dezember.

Dieses Ressorts würde ihn sehr interessieren, hält FDP-Kandidat Knecht fest. «Hier könnte ich mich sicher einbringen», ist er überzeugt. Als Neuling, weiss er, könne er aber natürlich nicht auswählen.

Er werde in den nächsten Wochen einen Wahlkampf betreiben, allerdings in einem vertretbaren Aufwand, sagt er. Denn es gelte, die Relationen zu wahren. Das Ziel sei es nicht, dass sein Gesicht von jedem Kandelaber lache. Trotzdem: «Wir werden einige Inserate schalten und ein paar Plakate aufhängen.»

Eine eigene Website ist geplant

Weiter geplant ist eine Website, «damit mich die Wähler kennenlernen können». Knecht bezeichnet sich als gradlinig, zuverlässig und teamstark. «Mit diesen Eigenschaften möchte ich das Vertrauen gewinnen.» Den sozialen Medien gegenüber ist er übrigens eher kritisch eingestellt. Als Grund nennt er den oft fehlenden Respekt und Anstand in den Kommentarspalten.

Die Mitgliederversammlung der FDP Brugg hat Peter Knecht einstimmig für die Stadtratswahl nominiert. Als weiterer Kandidat ins Rennen steigt der 58-jährige Jürg Baur für die CVP (die AZ berichtete).