Windisch
«Ich lebe seit 5 Monaten in der Schweiz»

Das Projekt Treffpunkt Integration hilft Migrantinnen, sich in der Schweiz einzuleben. So zum Beispiel der Portugiesin Amélia Pareira.

Michelle Cechmanek
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«Ich heisse Amélia Pereira. Ich bin 31 Jahre alt. Ich bin seit fünf Monaten in der Schweiz und ich habe einen Sohn. Er ist neun Jahre alt.» Die Worte, die aus Amélia Pereiras Mund kommen, klingen noch unsicher und der ausländische Akzent ist zu hören.

Kein Wunder, bei einer Sprache, die sie erst fünf Monate spricht. Amélia macht einen starken Eindruck. Sie ist eine von vielen Migrantinnen in der Schweiz.

Die az Aargauer Zeitung hat mit der Frau gesprochen, die durch das Windischer Projekt Treffpunkt Integration Anschluss und auch Arbeit in der Schweiz gefunden hat. Die optimistische Portugiesin erzählt mithilfe der Vernetzerin und Dolmetscherin Martina Cerletti über ihr Leben und wie der Treffpunkt ihr geholfen hat.

Pereira, die Frau aus Portugal

Als die Vernetzerin Martina Cerletti den Raum betrat, stürmt Amélia Pereira gleich auf sie zu und erzählt lebhaft und auf Portugiesisch. Die Reaktion von Cerletti ist euphorisch: Sie freut sich unglaublich und fällt Amélia um den Hals.

«Sie hat eine Arbeit gefunden», übersetzt Cerletti. Amélia habe schon von Anfang an sehr engagiert eine Arbeit gesucht und vorübergehend bei ihrer Stiefschwester in der Gastronomie gearbeitet, sagt Cerletti. Sie habe ihr geholfen, eine Arbeit zu finden, da es für die Deutsch lernende Frau sehr schwierig gewesen sei.

Trotzdem habe Amélia sich aber immer um eine Arbeit bemüht, sagt Cerletti. «Es war nicht einfach, aber mein Kind ist meine Motivation. Das Sozialamt ist für mich keine Option und es wird auch nie eine sein», ergänzt Pereira.

Die Arbeit war auch der Grund, weshalb die Portugiesin vor gut einem halben Jahr ihr Heimatland verlassen hat. «Ich liebe meine Heimat. Ich musste sie aber verlassen, da die Wirtschaftskrise Portugal schwer getroffen hat. Ich habe keine Arbeit mehr gefunden.»

Amélia kam zu ihrer Stiefschwester in die Schweiz. «Von dem Moment an, in dem ich Schweizer Boden betreten habe, fühlte ich mich wohl, obschon ich die Deutsche Sprache noch nicht verstand», erzählt Pereira. Das war auch ein Problem, als sie ihren Sohn in der Primarschule Windisch anmeldete.

«Die Schulleiterin merkte, dass Amélia Pereira gerne mit ihr gesprochen hätte, leider klappte es aufgrund der Sprache aber nicht», erzählt Kathrin Potratz, Leiterin Treffpunkt Integration. «In solchen Fällen schalten wir uns ein und leisten Hilfe.»

Deshalb wurde eine Vernetzerin vom Treffpunkt – in diesem Falle Martina Cerletti – mobilisiert. Sie meldete sich bei der Migrantin telefonisch für ein erstes Treffen. Amélia empfing die Übersetzerin gespannt. Zweifel, dass dahinter etwa eine staatliche Kontrolle stecken könnte, hätte sie keine gehabt. «Ich bin legal in die Schweiz eingereist und mein Aufenthalt ist auch rechtlich geregelt.»

Erstgespräch mit der Vernetzerin

Amélia habe sich wunderbar mit der Vernetzerin unterhalten. «Dank ihr habe ich erfahren, dass der Treffpunkt verschiedene Kurse für Migrantinnen anbietet. Ich habe mich gleich für den Deutschkurs angemeldet», erzählt Pereira.

Weiter wurde sie über nahegelegene Ausflugsmöglichkeiten informiert sowie über Institutionen und wo es günstige Nahrungsmittel und Textilien gibt. Sie habe sehr von dem Gespräch profitiert und schätze das Entgegenkommen.

«Es beruhigt mich, zu wissen, an wen ich mich wenden kann, wenn ich Fragen habe», so Pereira. Cerletti freuts: «Etwas bewirken zu können, ist ein wunderbares Gefühl. Diese Arbeit gibt mir oft die Möglichkeit dazu.»