So manch einer, der in der letzten Zeit durch die Brugger Altstadt gebummelt ist, dürfte beim Schaufenster von Leder Küng stehen geblieben sein: Dutzende von Schlumpf-Figuren feiern nämlich in diesem Schaufenster gerade die Schlumpf-WM. Dekoriert hat Inhaber Andreas Küng das Schaufenster im Rahmen des Schaufenster-Awards Brugg.

Zufall ist es nicht, dass Andreas Küng ausgerechnet Schlümpfe gewählt hat. Der 56-Jährige ist ein bekennender Fan und Sammler der blauen Comicfiguren. Seit 1968 ist er von der Schlumpfwelt fasziniert. «Damals gab es im Heftli Fix und Foxi jeweils eine Seite Comic zu den Schlümpfen. Da hat es mich gepackt», erinnert er sich.

«Ich fand die Schlümpfe einfach herzig.» Später seien dann die Plastikfiguren hergestellt worden, am Anfang habe es nur etwa zehn verschiedene gegeben. Damals aber brach das Sammelfieber aus. Gespielt hat Andreas Küng mit den Figuren übrigens nie. Sie seien immer nur zum Anschauen gewesen.

Heute kauft der Ladenbetreiber in der Brugger Altstadt nur noch die neuen Figuren, das grosse Sammelfieber hat sich gelegt. «Mit dem Aufkommen von Plattformen wie Ebay ist der Reiz kleiner geworden», meint er. Zudem sei seine Freundin überhaupt nicht begeistert von seiner Sammlung. Seit er vor gut einem Jahr gezügelt hat, sind die Schlümpfe nicht mehr so dominant in der Wohnung wie auch schon. Früher hatte er ein eigenes Zimmer für die Figuren.

Vergleich mit Carcamel

Andreas Küng vergleicht sich selber mit dem Schlumpf Carcamel, der als Bösewicht bekannt ist. «Ich bin hin und wieder auch mal fies und gemein, spiele den Leuten Streiche», sagt er und lacht. «Allerdings nie bösartig.»

In den 50 Jahren, in denen Andreas Küng Schlümpfe sammelt, sind rund 2000 Figuren zusammengekommen, schätzt er. Das sind aber längst nicht alle. «Im Ausland gibt es noch Spezialanfertigungen, aber ich bezahle nicht jeden Preis», sagt er. Eine Figur aber möchte er doch noch sein Eigen nennen: Einen Schlumpf im Heissluftballon, den es in den 1970er- oder 1980er-Jahren in den Maxi-Eiern gegeben hat. Im Neuzustand seien diese schwierig zu bekommen.

Zurück zum Schaufenster mit der Schlumpf-WM. «Ich wollte ein neutrales Fenster gestalten», sagt Andreas Küng. «Denn es war vorauszusehen, dass die Schweiz nicht länger als zehn Tage an der WM weilt. Eine Flagge wäre da unpassend gewesen», meint er. Da sei ihm die Idee mit den Schlümpfen gekommen.

Von den Passanten hat er viele positive Rückmeldungen erhalten. «So gut ist das Schaufenster wohl noch nie angeschaut worden», sagt Andreas Küng und schmunzelt. «Und zwar nicht nur von Kindern, sondern vor allem auch von Erwachsenen, die mit den Schlümpfen aufgewachsen sind.»

Dennoch: Fürs Podest beim Schaufenster-Award Brugg hat es für die Schlümpfe nicht gereicht. Freude hat das Schaufenster in der Altstadt aber auf jeden Fall verbreitet.