Das Fundmaterial, das das Grabungsteam Schicht für Schicht abgetragen hat, liefert einen Einblick in den Alltag der Legionäre. Neben Waffen und Ausrüstungsgegenständen kamen auch Geschirr aus Ton, Spielwürfel, Speisereste und Schlachtabfälle in Form von Tierknochen sowie rund 60 Münzen zum Vorschein. Eine davon war sogar aus Gold.

«Als die Praktikantin mir zurief, sie habe eine Goldmünze gefunden, dachte ich, es sei ein Scherz», wird der Grabungsleiter Andrew Lawrence in einer Medienmitteilung der Aargauer Kantonsarchäolgoie zitiert. Beim genauen Hinsehen sei jedoch klar gewesen, dass sie es tatsächlich mit einem seltenen Fund zu tun hatten. Die gut erhaltene Goldmünze stammt aus den Zeiten von Kaiser Tiberius. 

Lampen und Muenzen - Überraschung in Windisch

14. November 2016: Lampen und Muenzen - Überraschung in Windisch

Archäologen entdecken einen überraschenden Fund an der Zürcherstrasse in Windisch: Ein römischer Kochtopf, der vollkommen mit Öllampen gefüllt ist. Ein Restaurator der Kantonsarchäologie legt die Lampen in Kleinstarbeit im Labor frei.

Ungewöhnlich sei jedoch, dass sie so ein wertvolles Objekt in den aufgefüllten Spitzgräben fanden, von denen auszugehen sei, dass es sich dabei um Mülldeponien handelte. Nachdem Restauratoren die Goldmünze gereinigt hatten, wurde sie zusammen mit anderen Funden in der Datenbank der Kantonsarchäologie erfasst und ins Depot eingelagert.

Überreste von alten Klinikgebäuden

Aus dem Areal der Psychiatrischen Klinik Königsfelden tauchten auch andere Zeitzeugnisse auf. So fand das Grabungsteam Überreste von alten Klinikgebäuden.  Das heute noch bestehende Hauptgebäude der Klinik wurde zwischen 1868 und 1872 erbaut. Vorher hatten Räume des mittelalterlichen Klosters Königsfelden als "Kranken- und Irrenanstalt" gedient.

Im Verlaufe der Jahre und Jahrzehnte erfuhr die Klinik zahlreiche Umbauten. Viele davon sind nur auf alten Plänen dokumentiert. Die Ausgrabungen erlaubten es nun, die Überreste im Boden zu dokumentieren und die Baugeschichte der Klinik nachzuzeichnen, heisst es in der Mitteilung weiter. 

Nicht zum ersten Mal berichtet das Grabungsteam in Windisch von aussergewöhnlichen Funden. Bereits im November stiessen sie auf einen römischen Kochtopf, der randvoll mit Öllampen und Münzen gefüllt war. (sam/sda)