Habsburg

«Ich bring dich um!» – Nach Robidog-Streit wird der Ammann-Beschimpfer jetzt bestraft

Der Robidog steht mittlerweile wieder da, wo jetzt Gemeindeamman Hansedi Stuer steht.

Der Robidog steht mittlerweile wieder da, wo jetzt Gemeindeamman Hansedi Stuer steht.

Gemeindeammann Hansedi Suter wurde von einem Bürger mit dem Tod bedroht – wegen einem Robidog. Nun ist der Bürger verurteilt worden.

Es ist ein Tag, den Hansedi Suter so schnell nicht vergessen wird. Am 2. August wird der Habsburger Gemeindeammann von einem Bürger zu Hause mit dem Tod bedroht. «Ich bringe dich um!», soll der Bürger geschrien haben. Der Streitpunkt: der Standort eines Robidogs auf dem Feld unter einem Birnbaum zwischen Bodenmatte und Bollächer.

Seit Jahren schon wehrte sich der Bürger gegen diesen Robidog. Noch im Juli hatte sich der Gesamtgemeinderat aber dazu entschlossen, den Standort beizubehalten. Daraufhin entfernte der Bürger gemäss Aussage des Gemeindeammanns selbstständig den Robidog und verpflanzte diesen ohne Einverständnis der Gemeinde an den Waldrand.

Doch damit schien die Sache für den Mann noch nicht erledigt. Er stattet dem Gemeindeammann zu Hause einen Besuch ab. Hansedi Suter versuchte, das Problem im Gespräch zu lösen. Ohne Erfolg. Dann wollte er die Türe schliessen, doch der Fuss des Bürgers war dazwischen. Der Mann verschaffte sich Zugang zur Wohnung, packte den Gemeindeammann gemäss dessen Aussagen am Kragen und schrie: «Ich bringe dich um, wenn der Robidog wieder an den ursprünglichen Ort zurückkommt!» Wutentbrannt verliess er dann die Wohnung.

Hansedi Suter stand im Türrahmen, als er mit dem Bürger diskutierte. Dann griff dieser ihn an und packte ihn am Kragen.

Hansedi Suter stand im Türrahmen, als er mit dem Bürger diskutierte. Dann griff dieser ihn an und packte ihn am Kragen.

«Angriff war zu krass»

Nachdem der erste Schock verdaut war, erstattete Hansedi Suter bei der Kantonspolizei in Brugg Anzeige. Die Polizei nahm die Ermittlungen auf. Eine Woche später stand dann der Robidog plötzlich wieder am ursprünglichen Ort. Daraufhin entschloss sich der Gesamt-Gemeinderat an einer Sitzung, die Anzeige wegen Sachbeschädigung nicht einzureichen.

Hansedi Suter allerdings hielt an seiner Anzeige wegen Drohung, Hausfriedensbruch und Tätlichkeiten fest. Der Angriff auf Suter war somit nur noch Privatsache. «Der Angriff war zu krass, ich kann das so nicht sein lassen», sagte er Mitte August gegenüber dieser Zeitung.

Mittlerweile ist das Strafverfahren abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach teil auf Anfrage der az mit: Der Bürger wurde mit einer Busse von 800 Franken und einer bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen wegen Drohung, Hausfriedensbruch und geringfügiger Sachbeschädigung verurteilt. «Der Strafbefehl ist inzwischen rechtskräftig», sagt Mediensprecherin Fiona Strebel. (jam)

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