Weder beim Umsatz noch beim Gewinn hat der Brugger Energieversorger IBB grosse Sprünge gemacht. «Wir können solide Zahlen präsentieren», sagte Verwaltungsratspräsident Martin Sacher an der gestrigen Medieninformation zum «erfreulichen und erfolgreichen» Geschäftsergebnis 2015. Trotzdem, fuhr er fort, sei aber nicht alles gleich geblieben wie im Jahr zuvor.

Konkret: Durch die Aufhebung des fixen Euro-Wechselkurses sei es zu massiven Preisverschiebungen gekommen und damit zu einer neuen Situation bei der Beschaffung von Strom und Erdgas, erklärte Sacher. Pragmatisches und schnelles Handeln – «besonders auf der Kundenseite» – sei gefragt gewesen. Beim Erdgas konnte die IBB die Preise um über 12 Prozent senken. Auch beim Strom wurden die Preise in ähnlicher Höhe reduziert. Je nach Vertragssituation kamen laut dem Verwaltungsratspräsidenten verschiedene Lösungen zur Anwendung.

Kalter Winter wirkte sich aus

Dank der Witterungsverhältnisse stieg gleichzeitig aber der Umsatz. Sacher freute sich denn auch über die Tatsache, dass die IBB das Energievolumen weiter ausbauen konnte. Es habe sich gezeigt, dass sowohl die Produkte als auch die Preise gut ankommen, stellte der Verwaltungsratspräsident fest. In sämtlichen Sparten hätten neue Kunden gewonnen werden können – beim Strom auch solche ausserhalb des eigentlichen IBB-Versorgungsgebiets und trotz starkem Konkurrenzdruck. «Wir haben die Nase im Wind und wurden nicht zurückgedrängt.»

Eugen Pfiffner, CEO der IBB Holding AG, fügte an, dass die Wetterverhältnisse einen direkten Einfluss haben auf die Geschäftstätigkeit. Nach dem milden Winter 2014 sei der Absatz im Jahr 2015 durch die tiefen Temperaturen gestiegen. Anders ausgedrückt: Der Heizbedarf erhöhte sich. Zunehmend habe sich der Energieabsatz auch in den Sommer verlagert, wenn Kühlung gefragt sei. Und auf den Wasserabsatz wirke sich das Wetter ebenfalls stark aus. Wegen der grossen Trockenheit sei insbesondere im zweiten Halbjahr viel Wasser für die Landwirtschaft und den Rebbau benötigt worden.

Pfiffner wies weiter auf die Kosten für die Stromproduktion hin, die stark unter Druck gekommen sind. Da die IBB keine Beteiligungen an Produktionswerken habe, führe das aber nicht zu negativen Auswirkungen auf die Preise oder auf das Jahresergebnis des Brugger Energieversorgers.

Risiken sind zu hoch

Investitionen in Kraftwerkbeteiligungen, sagte der CEO, seien zwar geprüft worden. Allerdings seien die Risiken derzeit als zu hoch eingeschätzt worden. Kurz: Die IBB habe sich in einem dynamischen Umfeld behaupten können – durch die breit abgestützte Produktpalette, die schlanke Organisationsstruktur sowie das Engagement der Mitarbeitenden, hielten Sacher und Pfiffner übereinstimmend fest.

Der Jahresgewinn beläuft sich auf 9,021 Mio. Franken (2014 waren es 9,246 Mio. Franken). Der Generalversammlung morgen Mittwoch wird die Ausschüttung einer Dividende von 1,95 Mio. Franken (Vorjahr 1,625 Mio. Franken) beantragt. Verwaltungsratspräsident Sacher ergänzte, dass die Bilanz weiter bereinigt wurde durch die erfolgte Rückzahlung eines Darlehens an die Stadt Brugg.