Brugg-Windisch

Hospiz Aargau feiert sein 25-jähriges Bestehen und würdigt eine bescheidene Pionierin

Die Hospiz-Gründerin Luise Thut wurde in einer stimmungsvollen Feier im Campussaal für ihr Engagement geehrt. Gleichzeitig wird eine bessere Gesamtsituation für Schweizer Hospize gefordert.

Rund 400 geladene Gäste nahmen am Mittwochabend an der Feier im Campussaal Brugg-Windisch teil, um Arbeit und Pionierleistung der Hospiz-Gründerin Luise Thut zu würdigen. «Ohne dich hätten wir heute nichts zu feiern», sagte Stiftungsratspräsidentin Beatrice Koller Bichsel zu Luise Thut. «Ich beobachte mit Stolz und Freude das Gedeihen des Hospizes. Es ist nicht so einfach, ein Hospiz zu führen, ohne zugesicherte Gelder des Kantons», so Koller Bichsel.

Luise Thut kam auf die Bühne, um zu den Gästen zu sprechen, ihre Gedanken und auch ihren Dank an die vielen Freiwilligen und Mitarbeitenden auszudrücken. Zuvor wurde sie aber mit zwei Geschenken geehrt: Auf einer Silbermünze sind das Konterfei von Luise Thut sowie die Jahreszahlen zum 25-Jahr-Jubiläum geprägt.

Zudem wurde ihr eine Gedenktafel überreicht, auf der sie mit den Pionierinnen der Hospiz-Bewegungen in den USA und England, mit Elisabeth Kübler-Ross und Cicely Saunders, abgebildet ist.

«Luise, du bist eine bescheidene Pionierin. Dem Stiftungsrat ist es wichtig, dies visuell zu zeigen», erklärte Anna Schütz, Vereinspräsidentin Hospiz Aargau. Thut freute sich über die Geschenke, meinte aber, dass das eigentliche Geschenk das Umsetzen des Gedankens sei.

Die 91-Jährige erwähnte die Basare, um Geld für das Hospiz zu generieren, aber auch die Benefizkonzerte und Vorträge. Dies, um den Menschen den Hospiz-Gedanken näherzubringen, nämlich dass Schwerstkranke die letzte Lebenszeit in Geborgenheit verbringen können.

Luise Thut hatte ein klares Ziel: ein stationäres Hospiz

Anna Schütz erzählte in ihrem Rückblick von der ersten Patientin der ambulanten Sterbebegleitung. Die Frau hatte Brustkrebs im Endstadium und wurde sechs Wochen lang zu Hause betreut. 1998 wurde die Luise-Thut-Stiftung gegründet mit dem Zweck, finanzielle Mittel zu beschaffen. Der erste offene Trauertreff konnte 2001 organisiert werden.

Doch das Ziel von Luise Thut war klar: In einem Haus – in einem stationären Hospiz – sollten Menschen bis zu ihrem Tod begleitet und umsorgt werden.

Dies gelang 2005. Im ehemaligen Kloster Gnadenthal in Niederwil konnten erste Zimmer bezogen werden. 2010 folgte der Umzug nach Brugg, in der ehemaligen Gebärabteilung des Spitals konnten sechs Zimmer eröffnet werden. Vier Jahre später wurde die Abteilung auf neun Zimmer erweitert. Seit 2017 werden in zehn Zimmern Menschen in der letzten Lebensphase betreut.

Politikerin soll für schnelle Finanzierung sorgen

Stadtrat Jürg Baur gratulierte dem Hospiz in Namen der Stadt Brugg und der Gemeinde Windisch zum Jubiläum. Er zitierte in seinem Grusswort Cicely Saunders und würdigte in seiner Rede die grosse Arbeit des Hospiz Aargau. Diese verdiene Hochachtung und Dank.
Edith Saner, Vize-Grossratspräsidentin, beschrieb das Arbeiten in der Herberge oder eben im Hospiz und wünschte Kraft, Freude und Lust. Zur Stärkung für das Pflegepersonal brachte sie ein Müesli mit.

Philosoph Ludwig Hasler sorgte mit seiner Rede «Ein Leben ohne Tod wäre tödlich» für viele Lacher, regte aber auch zum Nachdenken an. Derweil Hans-Peter Stutz, Geschäftsleiter Dachverband Hospize Schweiz, von einer unhaltbaren Situation die Hospize in der Schweiz betreffend erzählte. Er sprach CVP-Nationalrätin Ruth Humbel, die unter den Gästen sass, direkt darauf an, für schnelle Lösungen und schnelle Finanzierungen zu sorgen.

Der Badener Musiker Adrian Stern unterhielt die Gesellschaft mit gefühlvollen Balladen, Tänzerin und Sängerin Mariella Farré vom Danza Zentrum zeigte mit 25 weiteren Tänzerinnen den eigens für den Anlass choreografierten «Tanz des Lebens».

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