Brugg
Homeschooling: Nicht jede Familie kann sich einen Laptop leisten

Geringverdiener leiden zusätzlich unter der Coronakrise. Betroffene wenden sich an den Kirchlich Regionalen Sozialdienst KRSD Brugg-Windisch.

Pascal Bruhin
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Standortleiterin Betânia Figueiredo ruft zum Spenden von Laptops für armutsbetroffene Familien auf.

Standortleiterin Betânia Figueiredo ruft zum Spenden von Laptops für armutsbetroffene Familien auf.

zvg

Ab dem 20. April, also nach den Frühlingsferien, soll der Unterricht für Schüler in Form von Fernunterricht wieder stattfinden. Vor allem in den höheren Klassen ist der Zugang zu einem Laptop oder Computer ab dann unabdingbar.

Aber: «Nicht jede Familie besitzt einen Computer oder einen Laptop», sagt Betânia Figueiredo, Standortleiterin des Kirchlich Regionalen Sozialdiensts KRSD der Caritas in Brugg. «Vor allem einkommensschwächere Familien haben auch nicht die Mittel, eine derartige Anschaffung jetzt sofort zu tätigen.» Betroffene Familien haben sich deshalb beim KRSD gemeldet.

«Working Poor» leiden zusätzlich unter der Krise

Es handelt sich dabei vor allem um sogenannte «Working Poor», Geringverdiener, deren Einnahmen nur knapp den Lebensbedarf der Familie decken. Die Coronakrise verschärft diesen Umstand. Selbst wenn ein Gerät im Haus vorhanden sei, müsse dieses oftmals von allen Geschwistern geteilt werden, sagt Figueiredo. Aus diesem Grund hat sie eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Bereits konnten unter den eigenen Mitarbeitern einige Laptops organisiert und an armutsbetroffene Schüler weitergegeben werden.

Viele der Schulen im Bezirk Brugg organisieren sich indes selber. So hat etwa die Schule Schinznach-Dorf ihren Stock an iPads an die Schüler der Mittelstufe herausgegeben. In Vor­bereitung auf den Lehrplan 21 waren diese angeschafft worden. «Eigentlich für den Präsenzunterricht», sagt Schulleiterin Annina Clavadetscher. «In dieser speziellen Situation dürfen die Kinder die iPads ausnahmsweise mit nach Hause nehmen.» Für die Unterstufe wird der Bedarf noch abgeklärt. Allerdings wird auf dieser Stufe vornehmlich auf analoge Aufgaben gesetzt. Entsprechend ist kein Computer notwendig.

Auch die Schule Windisch setzt auf analoges Übungsmaterial für die Primarschule, wie Isabelle Bechtel, Präsidentin der Schulpflege, bestätigt. In der Bezirksschule seien drei Schüler betroffen, die keinen Zugang zu einem Computer haben. Derzeit prüfe man, den betroffenen Schülern interne Geräte zur Verfügung zu stellen.

Wer seinen alten, aber noch funktionierenden Laptop spenden möchte, kann ihn bei einem der Sekretariate der Katholischen Kirchenzentren in Brugg, Windisch, Riniken, Schinznach-Dorf oder Lupfig abgeben.