Die Häuser an der Hauptstrasse 28 und 30 in Hausen sind Vergangenheit. An ihrer Stelle ragt nun ein imposanter eingerüsteter Bau mitsamt Baukran in die Höhe. Das Untergeschoss der neuen Mehrzweckhalle ist seit dem Jahreswechsel fertig betoniert, nun sind die Bauarbeiter damit beschäftigt, die Holzkonstruktionen zu verbauen.

Einige dieser Teile – sie haben die Grösse von Lastwagen – stehen aufgebockt und durch Planen geschützt auf dem Parkplatz der bestehenden Mehrzweckhalle. Unter dem Namen «Raumbedarf für Schule, Vereine, Kultur und weitere öffentliche Nutzungen» wurde das Projekt im Juni 2016 den Stimmberechtigten vorgelegt.

Diese bewilligten die insgesamt rund 14 Millionen Franken und erhalten damit auch ein neues Dorfzentrum, das im Sommer 2019 mit einem grossen Fest eingeweiht wird. Wie genau die Umgebung rund um die Halle aussehen wird, ist jetzt noch nicht klar.

Peter Steinauer, Leiter Bau und Planung der Gemeinde Hausen, steht mit seiner Aktenmappe in der Mitte der Doppel- oder Mehrzweckhalle und schaut nach oben. Es regnet leicht: «Noch müssen die Holzbauelemente mittels Planen abgedeckt werden.» Gestern Montag wurde das Dach der Halle angeliefert.

Dieses wird mit den 32 Meter langen Dachbindern versehen. Es ist das Herzstück des Gebäudes – mit zugehöriger Bühne und einer Zuschauertribüne, die 150 Personen Platz bietet. 900 Quadratmeter gross, unterteilt in je 450 Quadratmeter – ist die neue Mehrzweckhalle rund drei Mal so gross wie die jetzige Halle. «Das Volumen des gesamten Baus beträgt 27 000 Kubikmeter, das entspricht 27 grossen Einfamilienhäusern», erklärt Peter Steinauer.

Ein Arbeiter zimmert kniend an der Tribüne, Elektriker besprechen sich und machen sich dann wieder an ihre Arbeit. Auch die Bühne hat es in sich: Der Boden wird mit einem Parkett namens «geräuchte Eiche» ausgelegt, die massive Schiebewand wird auf der Innenseite mit Spiegeln ausgestattet: «Man könnte die Bühne demzufolge auch als Trainingsplatz für Aerobic oder Rock ’n’ Roll nutzen», meint Steinauer.

Gemeindesaal mit mobiler Bühne

Grosszügiger wirds für die Vereine an Anlässen wie Turner- oder Theaterabend: Mit Bankettbestuhlung finden in der Mehrzweckhalle 800 Personen Platz. Die Küche verfügt über eine direkte Essensausgabe in die Halle. Für rund 300 Personen sollten diese hier selbst kochen können. Auch der Geräteraum hat mit 160 Quadratmetern eine ansehnliche Grösse. Noch ist auch der Gemeindesaal leer.

Dieser liegt an der Werkhofstrasse und ist über eine Rampe behindertengerecht zu erreichen. Auch der Gemeindesaal kann unterteilt werden. Dieser beinhaltet eine mobile Bühne und wird mit Licht- sowie Akustiktechnik ausgestattet.

Der eine Nebenraum des Gemeindesaals verfügt über eine kleine Küche, der andere Raum bleibt vorerst ohne genau definierte Nutzung. «Dieser war als Lagerraum für Tische und Stühle gedacht. Da man hier aber nah bei der Bühne der Mehrzweckhalle ist, können Tische und Stühle auch in den grossen Auszugsschubladen unter der Bühne verstaut werden», erklärt Peter Steinauer.

Weiter zeigt der Rundgang auf der Baustelle: Auch die Zufahrt zur Tiefgarage hat sich im Vergleich zum Projektbeschrieb geändert. Darin war von einer einspurigen Zufahrt mit Ampelanlage und Barriere die Rede.

Nun wird die Zufahrt im Gegenverkehr abgewickelt, Parkkosten werden am Automaten beglichen. «Bei einer so langen Einfahrt wäre die einspurige Zufahrt heikel, die Autos könnten sich bis zur Hauptstrasse stauen. Und dies ist immerhin eine Feuerwehrzufahrt», sagt Peter Steinauer. Noch unklar ist, ob für die 46 Parkplätze ein Parkleitsystem errichtet wird.

Nebst Technik, Elektroinstallationen, Lüftungszentrale und Materialräumen, sind im Untergeschoss auch die Lagerräume für die Vereine positioniert. Platz besteht zudem für die zur Photovoltaikanlage gehörenden Wechselrichter. Allerdings ist noch unklar, ob, und mit welcher Leistung, die Anlage auf dem Hauptdach erstellt wird. «Damit diese ökonomisch betrieben werden kann, benötigt man einen hohen Eigenverbrauch», so Peter Steinauer.

Neue Parkplätze für Feuerwehr

Im künftigen Hauswartraum ist noch die alte Wand des Werkhofs zu sehen. Momentan wird darin Bauarbeitsmaterial aufbewahrt. Ersichtlich ist hier der direkte Durchgang zur Tiefgarage sowie zur jetzigen Mehrzweckhalle. Die fertiggestellten, neuen Räume des Werkhofs sind vom UG aus erreichbar.

Eine Holztreppe führt ins Erdgeschoss, der Gemeindesaal hat einen eigenen Aufgang, der ins vordere Foyer führt. In den obersten Stock gelangt man über die breite Treppe, welche die Tribüne erschliesst. Dort werden vier Garderoben mit je acht Duschplätzen und weitere sanitäre Anlagen erstellt.

Gemäss Peter Steinauer sind die Arbeiten zeitlich und finanziell auf Kurs. Grössere Probleme gab es bislang keine, ausser dass man für die Feuerwehr neue Parkplätze zwischen Süssbach und Turnhallenplatz erstellen musste. Die bisherigen sind durch die neue Werkhofzufahrt weggefallen.