Villigen/Remigen

Holcim-Sprengungen sorgen für rote Köpfe bei der Bevölkerung

Eine der jährlich rund 40 Sprengungen im Steinbruch Gabenkopf der Holcim AG in der Gemeinde Villigen.  archiv lp

Eine der jährlich rund 40 Sprengungen im Steinbruch Gabenkopf der Holcim AG in der Gemeinde Villigen. archiv lp

Die Erschütterungen durch die Sprengungen im Holcim-Steinbruch Gabenkopf gaben zu reden - auch weil dadurch offenbar Häuser beschädigt werden. Holcim nimmt die Situation angeblich ernst.

«Wir wollen die Abbaurichtung drehen», erklärte Thomas Brühlmann, Leiter der Produktion im Zementwerk Würenlingen der Holcim AG an der Informationsveranstaltung zum Thema Änderung der Nutzungsplanung Kulturland für den Steinbruch Gabenkopf in Villigen.

Diese Drehung der Abbaurichtung – die vor allem aus Sicherheitsgründen für den Betrieb des Steinbruches erfolgt, wie Thomas Brühlmann sagte – erfordert eine Anpassung der für den Gesteinsabbau bewilligten Etappengrenzen. Und das zieht ein Änderungsverfahren der Nutzungsplanung nach sich. «Durch die Drehung geraten wir etwas aus der bewilligten Abbauzone heraus», erklärte Thomas Brühlmann. «Allerdings ergibt sich ein flächenneutraler Abtausch von je 11250 Quadratmetern. Die bewilligte Abbaufläche bleibt unverändert. Wir sehen daher keine negativen Auswirkungen.»

Kritik an den Sprengungen

Negative Auswirkungen aus der Änderung der Abbaurichtung sah auch das Publikum in der Villiger Trotte nicht. Negative Auswirkungen sieht – oder besser spürt – man aber in Remigen durch die Erschütterungen der jährlich rund 40 Sprengungen im Steinbruch Gabenkopf.

Dass das Geschehen im und rund um den Steinbruch im Villiger Nachbardorf aufmerksam verfolgt wird, zeigte sich denn auch im Aufmarsch aus Remigen – unter den Gästen aus Remigen befanden sich auch Frau Gemeindeammann Cordula Soland und Gemeinderat Willi Schurr – und vor allem in den kritischen Fragen zu den Sprengungen.

«Wir nehmen die Situation absolut ernst», betonte Thomas Brühlmann auf die Klagen über Erschütterungen und Risse an Häusern. «Wir gehen mit dem Problem sehr konstruktiv um. Wir stützen uns aber auf die gesetzlichen Richtlinien. Wir sind bestrebt, die vom Gesetz vorgegebenen Maximalwerte zu unterschreiten. Wir sind zudem – allein schon wegen der Kosten – bestrebt, so wenig Sprengstoff wie möglich einzusetzen».

Reinhard Toferer, der Leiter des Holcim-Steinbruchs, erklärte: «Wir bewegen uns bei der Auslegung der Sprengungen in einem engen Bereich. Bei zu geringer Ladung geht die Energie in den Berg, und die Erschütterungen fallen grösser aus. Wir verbessern unsere Sprengtechnik ständig. Und wir sind laufend daran, die Erschütterungen zu minimieren.» Wenig Hoffnungen machte Thomas Brühlmann jenen Personen aus dem Publikum, die einen Fonds für Sprengschäden forderten. Und auf die Frage, ob die Holcim AG für das Verursachen von Schäden durch die Sprengungen versichert sei, entgegnete er: «Nein, das sind wir nicht, weil wir uns ja an die Vorschriften halten.»

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