Der neue ThyssenKrupp-Aufzugstestturm in Bruggs deutscher Partnerstadt Rottweil gilt als Bauwerk der Superlative. In diesem 246 Meter hohen Neubau testen Ingenieure einerseits seillose Hochgeschwindigkeitsaufzüge und andererseits können Gäste von der Besucherplattform ab sofort einen 360-Grad-Ausblick über den Schwarzwald und die Schwäbische Alp geniessen. Am Samstag ist der spektakuläre Turm nach dreijähriger Bauzeit offiziell eröffnet und die höchste Aussichtsplattform Deutschlands der Öffentlichkeit übergeben worden.

Zeitraffer-Video des Thyssenkrupp-Turmbaus

Zeitraffer-Video des Thyssenkrupp-Turmbaus.

In Spitzenzeiten trotzten bis zu 150 Arbeiter Wind und Wetter, um das höchste Gebäude Baden-Württembergs fertigzustellen. Nun konnten ThyssenKrupp Elevator und die Stadt Rottweil zusammen mit Prominenten einen luftigen Rekord feiern. Heinrich Hiesinger, Vorstandsvorsitzender der ThyssenKrupp AG, Andreas Schierenbeck, Vorstandsvorsitzender der ThyssenKrupp Elevator AG, sowie Rottweils Bürgermeister Ralf Bross haben den Rundumausblick aus 232 Metern Höhe enthüllt mit prominenten Gästen wie Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg und den Architekten Werner Sobek mit Helmut Jahn.


Ein Signal für Bürgerbeteiligung

«Die Verwirklichung des Testturms durch ThyssenKrupp in Rottweil ist ein wichtiges Projekt für den Standort Rottweil und die ganze Region», so Ministerpräsident Kretschmann. «Der Aufzugtestturm ist ein sichtbares Signal für gelungene Bürgerbeteiligung, innovative Technik und ist ein weiterer attraktiver Anziehungspunkt in der ‹Stadt der Türme›.»
«Die Freigabe des Testturms ist für mich ein grossartiges Gefühl», freut sich Andreas Schierenbeck. «Unsere Mitarbeiter haben die Forschung zu unseren Hochgeschwindigkeitsaufzügen vor Ort bereits aufgenommen.» Der Neubau, so betont Schierenbeck, sei in jeder Hinsicht ein Symbol des Fortschritts: «Der Testturm hilft ThyssenKrupp Elevator, die globale Aufzugsindustrie zu revolutionieren.» Heinrich Hiesinger lobte den Turm als «Zukunftslabor für eine neue Ära des Aufzugs und einen eindrucksvollen Beleg für die Innovationskraft und Ingenieurkunst von ThyssenKrupp».

Der Konzern hat insgesamt rund 40 Millionen Euro (46 Millionen Franken) in den Bau investiert. «Der Testturm ist ein innovatives Wahrzeichen. Sehr viele Menschen hier identifizieren sich damit», so Rottweils Oberbürgermeister Ralf Bross. «Von Anfang an haben die Bürger gefragt, ob sie den Turm auch besichtigen können. Mit der Aussichtsplattform hat ThyssenKrupp dies aufgegriffen», blickt Bross zurück. «Die Offenheit des Unternehmens und eine breite Bürgerbeteiligung waren der Schlüssel zum Erfolg. Rottweil positioniert sich so als zukunftsorientierter Wirtschaftsstandort und steigert zugleich seine touristische Attraktivität.»


Über 2500 Tonnen Stahl verbaut

Der fertige Turm bringt 40 000 Tonnen auf die Waage – so viel wie 8000 afrikanische Elefanten. Seit dem Spatenstich im Oktober 2014 wurden 15 000 Kubikmeter Beton und mehr als 2500 Tonnen Stahl verbaut. Mit 3,6 Metern am Tag ist der Turm drei Mal so schnell gewachsen wie eine Bambuspflanze unter perfekten Bedingungen.

Für die textile Architektur haben Industriekletterer den Turm im Rund-um-die-Uhr-Schichtdienst in knapp 17 000 Quadratmeter Glasgewebefaser eingehüllt. Das polymerbeschichtete Gewebe verleihe dem Bau nicht nur das gewisse Etwas, sondern schütze ihn auch vor intensiver Sonneneinstrahlung und reduziert die Eigenbewegung des Gebäudes, indem sie die Kräfte des Windes zerlegt, schreibt die Firma in einer Mitteilung.

Industriekletterer bei der Arbeit in luftiger Höhe

Industriekletterer bei der Arbeit in luftiger Höhe am Thyssenkrupp-Turm.

  


Zwischen Zürich und Stuttgart

Gemeinsam mit dem Aufzugswerk in Neuhausen auf den Fildern und als Teil der Entwicklungsachse der Universitätsstädte Zürich, München, Stuttgart mit über 10 000 Studenten bilde der Testturm das grösste Innovationszentrum für Aufzugstechnologien in Deutschland, so ThyssenKrupp weiter. Seit Dezember 2016 werden hier Hochgeschwindigkeitsaufzüge erforscht, entwickelt und zertifiziert, «um Städte zu den lebenswertesten Orten der Welt zu machen».

Im Testturm, der auf dem letzten freien Industriegebiet in Rottweil gebaut wurde, sind drei der zwölf Turmschächte für das neuste Multi-System vorgesehen. Mit der Magnetschwebetechnologie können so mehrere Aufzugskabinen in einem Schacht – auch seitwärts – betrieben werden.

Markttreiben in Rottweil.

Markttreiben in Rottweil.