Kompakte Anlage statt grosse Becken: Mit der neuen Biofiltration kommt in der Abwasserreinigungsanlage (ARA) in Windisch künftig nicht nur eines der modernsten, sondern auch eines der leistungsfähigsten Verfahren zum Einsatz. Bei diesem haften Mikroben an kleinen Kunststoffkugeln und sorgen für die Klärung des Abwassers.

Noch sind die Bauarbeiten voll im Gang im Gebiet Sommerau. Im Rohbau ist die biologische Reinigungsstufe aber erstellt, das Gebäude präsentiert sich in seiner vollen Grösse, erste Rohre und Pumpen sind installiert, Stromleitungen eingebaut.

Ab Juni wird der Probebetrieb aufgenommen. Bis zu diesem Zeitpunkt ist auch die Biogasaufbereitungsanlage fertig. Sie bereitet das Klärgas auf Erdgasqualität auf, damit es in das übergeordnete Transportnetz eingespeist werden kann. Momentan laufen weiter umfangreiche verfahrenstechnische Installationen und es werden die Umgebungsarbeiten in Angriff genommen.

Leistungstest für die ARA

Eine der Herausforderungen sei es, den Klärbetrieb in der heute überlasteten Anlage auch während des Umbaus aufrechtzuerhalten, sagt Betriebsleiter Felix Kreidler vom Brugger Energieversorger IBB. «Dies ist nur dank besonderem Einsatz des Klärpersonals möglich.» Während der Übergangsphase wird es dann einen Parallelbetrieb mit den alten Becken geben, um die Reinigungsleistung zu garantieren.

Nach der Inbetriebnahme der ARA folgen die Umbauten im bestehenden Betriebsgebäude. Im Herbst dieses Jahres schliesslich wird das Abwasser der Gemeinden Untersiggenthal und Turgi in die ARA in Windisch gepumpt und der ordnungsgemässe Reinigungsbetrieb kann beginnen. «Es steht noch ein sogenannter Leistungstest an», erklärt Kreidler. «Danach wird auf der ARA eine Hochbelastung in kalten Tagen getestet.»

Im Termin- und Kostenrahmen

Gereinigt wird in der ARA in Windisch das Abwasser von 12 Gemeinden aus der Region Brugg-Birrfeld. Pro Jahr fallen etwa 5,1 Mio. Kubikmeter an. Im Juni 2014 erfolgte nach einer rund fünfjährigen Planungsphase der Spatenstich für die Erneuerung und Erweiterung. Zwar kam es zu Beginn der Aushubarbeiten zu einer Verzögerung wegen des hohen Grundwasserspiegels, der Terminplan könne aber trotzdem weitestgehend eingehalten werden, sagt Kreidler.

Auch der Gesamtkredit von 25,5 Mio. Franken wird nach heutigem Stand nicht überschritten – trotz diverser Nachträge und Anpassungen. Als Beispiel erwähnt der Betriebsleiter die Sanierung der Altlasten im Boden, die den erwarteten Aufwand um ein Vielfaches überstieg.

Alles in allem, so Kreidler, handle es sich um ein erfreuliches Vorhaben. Die Entscheidungsträger – Vorstand und Arbeitsgruppe – seien sehr interessiert und unterstützen den gesamten Prozess. Die Planer ihrerseits hätten ein optimales Projekt ausgearbeitet. «Und nicht zuletzt kann sich die Qualität der Arbeiten vor Ort sehen lassen», fasst er zusammen.