Windisch

Abriss verboten: Hochhaus Kabelwerke Brugg wird unter Schutz gestellt

Das ehemalige Verwaltungsgebäude der Kabelwerke Brugg.

Das ehemalige Verwaltungsgebäude der Kabelwerke Brugg.

Damit ist endlich klar, was mit dem ehemaligen Verwaltungsgebäude der Kabelwerke passiert.

Die Frage hat beschäftigt: Was passiert mit dem ehemaligen Verwaltungsgebäude der Kabelwerke Brugg? Wird es umgenutzt? Droht sogar ein Abriss?

Jetzt ist der Fall klar: Der Regierungsrat hat den entsprechenden Anhang des Nutzungsplans genehmigt, ist dem aktuellen Amtsblatt zu entnehmen. Das Hochhaus, das auf dem Gemeindegebiet Windisch steht, wird unter kommunalen Schutz gestellt. Gegen diese Unterschutzstellung war eine Beschwerde geführt worden. Ohne Erfolg, wie der Entscheid des Regierungsrats nun zeigt.

Das Gebäude darf nicht beseitigt werden

Neu gelten also erhöhte Anforderungen für die Liegenschaft, für die bisher – unter der alten Bau- und Nutzungsordnung (BNO) – ein Volumenschutz bestand. Bei Gebäuden unter Sub- stanzschutz handelt es sich um Baudenkmäler von kommunaler Bedeutung. Sie sind von kulturhistorischem, baugeschichtlichem oder symbolischem Wert. Gemäss BNO dürfen diese Gebäude weder beeinträchtigt noch beseitigt werden. Anders gesagt: Das Gebäude darf zwar aus- und umgebaut werden, allerdings nur soweit die schützenswerten Teile und die Charakteristik erhalten bleiben, beziehungsweise die Erhaltung solcher Teile nicht weiter möglich ist, erklärt Martin Schneider, Sektionsleiter Orts-, Siedlungs- und Regionalplanung Ost beim kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU). Bei einem Bauvorhaben brauche es entsprechenden Abwägungen und Abklärungen seitens Gemeinde.

Unter Substanzschutz, fügt Martin Schneider an, stehen übrigens immer häufiger auch Objekte aus den Fünfziger-, Sechziger- oder Siebzigerjahren des letzten Jahrhunderts, und nicht mehr nur Häuser aus dem vorletzten Jahrhundert, die im Rahmen einer Bau- und Nutzungsordnung direkt geschützt werden.

In Brugg und Windisch ist die Revision der BNO eng koordiniert und inhaltlich abgestimmt gemeinsam angepackt worden unter dem Titel «Ortsplanungsrevision Raum Brugg Windisch». Gestartet wurde die Planung im 2011. Der Einwohnerrat Windisch hat die Nutzungsplanung im November 2018 gutgeheissen, im November im Jahr darauf gab auch der Einwohnerrat Brugg grünes Licht.

Gebäude stammt aus den Jahren 1956 bis 1957

Für Roland Schneider, Leiter der Abteilung Planung und Bau in Windisch, stellt die Unterschutzstellung des Verwaltungsgebäudes ein folgerichtiger und wichtiger Entscheid dar angesichts der Bedeutung der Baute und der noch vorhandenen sorgfältig bearbeiteten Struktur – Materialisierung, Ausgestaltung der Details, architektonische Qualität des Gesamtensembles –, auch wenn die Fassade und weitere Elemente das Ende der Lebensdauer erreicht hätten. «Somit besteht wieder eine klare Rechtslage, was für den weiteren Erhalt der Baute von grosser Bedeutung ist», fasst Roland Schneider zusammen.

Das ehemalige Verwaltungsgebäude der Kabelwerke Brugg stammt aus den Jahren 1956 bis 1957 und wurde erstellt nach den Plänen der Architekten Carl Froelich aus Brugg und Hans Kündig aus Zürich. Es gilt als eines der schönsten der frühen Hochhäuser im Kanton. Das Gebäude ist aufgeführt im Bauinventar der Kantonalen Denkmalpflege sowie in der Liste der 100 typischen Bauten der Fünfziger- und Sechzigerjahre des Schweizer Heimatschutzes.

Die Liegenschaft ist im Eigentum der Brugg Immobilien AG. Bis Ende 2019 war die Kabelwerke Brugg AG Mieterin des Gebäudes. Im Laufe des dritten Quartals 2019 hat das Unternehmen die Büroarbeitsplätze von der Klosterzelgstrasse in das Grossraumbüro an die Industriestrasse verlegt.

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